Bagdad - Nach dem Fund von zwei Autobomben in der Nähe des Büros des Sunnitenführers Adnan al-Dulaimi in Bagdad haben Sicherheitskräfte mindestens 43 Menschen aus dem Umfeld des Politikers festgenommen. Irakische und US-Soldaten hätten in der Früh bei einer Razzia in seinem Haus 30 Menschen festgenommen, unter anderem auch seinen Sohn, sagte Dulaimi am Freitag. Am Vorabend seien bereits 13 seiner Mitarbeiter in seinem Büro festgenommen worden.

Der Sprecher der irakischen Streitkräfte in Bagdad hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, auf dem Grundstück von Dulaimis Büro seien zwei als Bomben präparierte Fahrzeuge entdeckt worden. Seinen Angaben zufolge wurden sieben Leibwächter festgenommen. Bei der kontrollierten Explosion der Autos wurden die Büros sunnitischer Abgeordneter und mehrere Häuser in der Umgebung beschädigt.

Dulaimi mutmaßte, mit den Autobomben könne ein Anschlag auf sein Büro geplant gewesen sein. Er ist der Chef einer Partei innerhalb der sunnitischen Einheitsfront, der größten sunnitischen Koalition im Irak, deren Minister die Regierung Anfang August verlassen haben. Dulaimi gilt als gemäßigt, kritisierte aber vor kurzem die von Schiiten dominierte Regierung. (APA/AFP)