Der italienische Unterrichtsminister Giuseppe Fioroni will scharf gegen Handy-Aufnahmen in den Schulklassen vorgehen. Geldstrafen bis zu 30.000 Euro drohen Schüler, die im Klassenzimmer mit ihren Mobiltelefonen Aufnahmen machen. Die Strafen sollen von der Behörde zum Schutz der Privatsphäre erteilt werden. Außerdem darf die Schulleitung in diesen Fällen strenge Disziplinarmaßnahmen ergreifen, lautet das Projekt des Ministers.

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"Schüler müssen wissen, dass sie mit ihren Aktionen die Privatsphäre verletzen und Schäden zufügen können", betonte der Minister. Er will somit der Aufnahme von Videos in Schulkassen stoppen, die dann per Internet verbreitet werden.

Damit reagierte die Regierung auf eine Reihe von Skandalen. Schüler im süditalienischen Lecce hatten etwa eine Lehrerin im Unterricht sexuell belästigt und dies mit dem Handy gefilmt und den Kurzstreifen ins Internet gestellt. In einem anderen Fall verprügelten Eltern einen Lehrer, weil ihrem Sprössling in der Schule das Handy abgenommen wurde. In Italien besitzen Schätzungen zufolge 90 Prozent der 14- bis 16-Jährigen ein eigenes Mobiltelefon.(APA)