Dubai - Schwarze Couch-Sessel, Araber in ihren weißen Gewändern sitzen im Kreis, lesen die Zeitung, diskutieren und treffen Entscheidungen. Diese Szene spielt nicht in einem Kaffeehaus, sondern am Parkett des Dubai Financial Market, der Börse von Dubai. Dort treffen einander Investoren, setzen sich zusammen und besprechen ihre nächsten Aktienkäufe und -verkäufe.

"Wenn die Aktien steigen, wird hier gejubelt und applaudiert", beschreibt Khalifa Ahmed Rabba, zuständig für Market Control & Brokers Affairs. Wenn der Markt dreht, fällt auch die Stimmung. "Es hat hier auch schon Tränen gegeben", sagt Rabba.

Kleine Auswahl

300 bis 400 Investoren kommen im Schnitt pro Handelstag. Ab zehn Uhr läuft der reguläre Handel. Viel Auswahl haben die Investoren nicht, 60 Unternehmen sind an der Börse in Dubai gelistet - weitere Privatisierungen soll es zwar geben, Namen werden prinzipiell nicht genannt. Die Börse schließt um 13 Uhr. Das Handelssystem ist elektronisch, "viele Leute treffen sich aber lieber hier", erklärt Rabba.

"Ladies Trading Floor"

An der Börse haben auch Frauen Zugang zum Parkett. Für sie steht aber ein "Ladies Trading Floor" bereit, wenn sie sich zurückziehen möchten. Fünf Frauen sitzen beim Besuch des STANDARD in diesem Zimmer, die meisten verhüllt, sie blicken auf ihre Notebooks, es läuft die Schlussauktion. "Diese Frauen kommen fast täglich" sagt Rabba.

Gehandelt wird fleißig, an diesem Tag werden 18.013 Aufträge abgewickelt. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.12.2007)