Dubai - Die Erste Sparinvest, ESPA, steigt ins Islamic Banking ein. Im ersten Quartal 2008 soll ein Fonds aufgelegt werden, der dem islamischen Recht, der Scharia, entspricht. Dafür wird das Portfolio des "ESPA Stock Europe Emerging" umgebaut. Finanztitel etwa müssen aus dem Portfolio verkauft werden, da Zinsgeschäfte mit der Scharia nicht vereinbar sind.

Bevor der Fonds aufgelegt werden darf, muss er von einem Scharia-Board begutachtet werden. "Die Entscheidungen dieser Boards fallen aber nicht immer gleich aus", erklärt Franz Gschiegl, Geschäftsführer der ESPA. Manche Boards etwa akzeptieren Aktien von Hotels nicht, die eine Bar haben, andere Gelehrte lassen Minibars durchgehen, da sie nur einen minimalen Anteil am Umsatz haben.

Die ESPA führt derzeit Gespräche mit Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten, um Zugang zu einem Scharia-Board zu bekommen. "Um diese Boards herrscht derzeit ein G'riss, weil viele Banken islamgerechte Produkte auflegen wollen", sagt Gschiegl. "Wir hoffen, dass wir eine Partnerbank finden, die in den Fonds einsteigt und einen guten Vertriebsapparat hat", erklärt Gschiegl. Aufliegen wird der Fonds auch in Österreich. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.12.2007)