Graz - Seit drei Jahren wird am Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung (ZMF) an der Medizinischen Universität Graz unter anderem über Substanzen zur Behandlung von Lebererkrankungen oder die optimierte Insulintherapie bei Intensivpatienten geforscht. Zurzeit laufen 73 Projekte mit insgesamt 250 Mitarbeitern und laut ZMF-Leiter Andreas Tiran steigt die Zahl der Teams kontinuierlich. Aber: "Wir sind zurzeit räumlich völlig ausgelastet: Jetzt können wir können nur noch die Nutzungsdichte erhöhen", so Tiran.

Das im Jahr 2004 eröffnete Zentrum bietet den im klinischen Bereich tätigen Forschern der Med-Uni die entsprechenden infrastrukturellen Voraussetzungen. Auf rund 4.200 Quadratmetern Fläche sind an die 90 Standard- und Speziallabors, Schreib- und Seminarräume sowie eine Uni-Bibliothek untergebracht. Das "Kerngeschäft" des ZMF ist die Bereitstellung von Infrastruktur für die Forschungsgruppen des LKH-Univ. Klinikums Graz.

Interner Wettbewerb

Aufgenommen werden nur Vorhaben, deren Finanzierung gesichert ist. Die Zahl der Neueinreichungen habe sich mittlerweile bei zehn bis 15 je Quartal eingependelt. Zunehmend müssten auch Projekte abgelehnt werden. Die Quote liege derzeit bei rund zehn Prozent, schildert Tiran. "Mit jedem neu hinzukommenden Projekt wird die Situation zunehmend kompetitiver und damit eine Herausforderung sowohl für die ZMF-Kommission, die die Nutzung unseres Hauses bewilligt, als auch für die Leitung, die die Möglichkeiten für intensivere Nutzung aufzuzeigen hat", so der Leiter. Was Tiran besonders freut: "Unsere Evaluierung hat gezeigt, dass auch die Publikationen international immer höher bewertet werden".

International dabei

Rund drei Viertel der Projekte werden von öffentlichen Forschungsförderungsinstitutionen (EU, FWF, ÖNB u.a.) finanziert. "Dieser Anteil steigt ebenfalls kontinuierlich. Dass die Existenz des ZMF als Forschungsinfrastruktur einen positiven Einfluss auf die Bewilligungsraten von Förderungsansuchen hat, unterstreicht Michael Trauner von der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, der u.a. an einer neuen Substanz zur Behandlung von Lebererkrankungen forscht: "Der Nachweis der entsprechenden Infrastruktur mit Großgeräten ist bei Projektanträgen sehr wichtig. Was die apparative Ausstattung anbelangt, stehen wir beispielsweise Yale um nichts nach". (APA)