Foto: mond-hitstars.si
Graz/Sentilj - Wenige hundert Meter nach dem Grenzübergang Spielfeld eröffnet am 15. Dezember des größte slowenische Tourismusunternehmen Hit Universe of Fun ein - laut Eigendefinition - "Spiel- und Unterhaltungszentrum a la Las Vegas". Das "Mond" mit Casino, Theater und Restaurants ist über die eigene Autobahnabfahrt erreichbar und kostete rund 43 Mio. Euro. 2008 soll es um ein Wellnessareal erweitert werden.

"Auch wenn es von außen noch nicht so ganz aussieht, ist es innen bereits voll funktionstüchtig", meinte Gregor Jeza, Vorstandsdirektor von Hit Sentilj d.d. bei einer Vorbesichtigung zur APA. Tatsächlich wirkte das Zentrum von außen noch grau und unscheinbar, während innen bereits die Spielautomaten glitzerten und surrten. Anfang Oktober 2006 hatte man mit dem Bau der Autobahnausfahrt und im März 2007 mit der Errichtung des Unterhaltungszentrums mit einer Fläche von rund 8.000 Quadratmetern begonnen.

Kern der Einrichtung mit etwa 400 Spielautomaten und 20 Spieltischen ist ein Theater mit 300 Sitzplätzen. Zwei Restaurants mit je knapp hundert Sitzplätzen sowie zwei Bars bedienen die Gäste kulinarisch. Rund 200 Mitarbeiter will man beschäftigen. "Wenn alles gut geht" soll laut Jeza 2008 ein Wellness- und Hotelzentrum um zusätzliche zehn bis 15 Mio. Euro dazukommen.

Die Hauptzielgruppe vom rund um die Uhr geöffneten "Mond" stellen Grazer und Steirer dar: "Zu mehr als 70 Prozent erwarten wir österreichische Gäste", so Jeza. Große Bedeutung habe das Schengenabkommen, das in Slowenien ab 22. Dezember in Kraft tritt: Ein Wegfall der Wartezeiten an der Grenze sei eine wesentliche Erleichterung.

Mit Andreas Sauseng, Direktor des Grazer Casinos, sei man "ein bisschen befreundet, aber wir sind natürlich auch Konkurrenten", meinte Jeza. Man habe keine Angst vor Konkurrenz: "Wir haben ein ganz anderes System als Graz, haben das Las-Vegas-Prinzip angeglichen", erklärte Ahac Pinter, Sales- und Marketing-Direktor von Hit Sentilj d.d. Man habe ja nicht nur das Casino, sondern biete mehrmals in der Woche Unterhaltung und Theater. Steirische Reiseunternehmen hätten bereits Interesse an einem Bus-Shuttleservice angekündigt.

Seitens des Grazer Casino-Chefs hieß es, das Hauptproblem sei der Spielerschutz, den es im Nachbarland nicht gebe. Spieler, die in Graz Besuchsbeschränkungen oder -sperren hätten und von denen es "einige Hundert" gebe, könnten zum Zocken abwandern. "Wir wissen schon, dass wir uns durchsetzen, wie die Erfahrung in anderen Grenzregionen gezeigt hat", so Sauseng zur APA. Auswirkungen könnte das neue Angebot auch auf das wenige Kilometer entfernte Casino in Maribor haben.

Hit d.d. mit Sitz in Nova Gorica hat 2006 nach eigenen Angaben rund 229,5 Mio. Euro brutto erwirtschaftet. Das sei ein Plus von rund vier Prozent gegenüber 2005. Im Vorjahr hatte man insgesamt in den Unterhaltungszentren etwa 1,58 Millionen Gäste, die von 2.500 Mitarbeitern bedient wurden. (APA)