Europa EinwandererInnen: Anzahl und regionale Verteilung von Herkunftsländern (absolut und in Prozent zur Bevölkerung). Spanien, Großbritannien und Deutschland im Detail. Zahlen aus dem Jahr 2005.
Quelle: Eurostat, ESRI. Kartographie: Martje Petersen, Institut für Geographie der Uni Hamburg.

Grafik: Martje Petersen, Institut für Geographie der Uni Hamburg

Geburtsregionen- und -länder der im Ausland geborenen Bevölkerung der USA (1960 bis 2000)
Quelle: US-Census; ESRI. Kartographie: Martje Petersen, Institut für Geographie der Uni Hamburg.

Grafik: Martje Petersen, Institut für Geographie der Uni Hamburg
Die Anzahl der internationalen MigrantInnen derzeit ist mit knapp 200 Millionen zu beziffern, schätzt der Geograph und Migrationsexperte Christof Parnreiter: "Die UNO geht für das Jahr 2006 von 190 Millionen aus, man kann also schätzen, dass es derzeit rund 200 Millionen sind. Das entspricht etwa drei Prozent der Weltbevölkerung."

Die UN-Zahlen seien jedoch, wie alle statistischen Angaben zur Migration, mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Zum einen werden illegalisierte MigrantInnen nur zum Teil mit gezählt - zum anderen unterscheiden sich auch die Definitionen von Migration. Die UNO geht in ihrer Definition von einer Aufenthaltsdauer von über einem Jahr aus: "Ein wichtiger Trend der internationalen Migration sind jedoch auch kurzfristige Tripps", erklärt Parnreiter. Beispielsweise gehen viele MexikanerInnen für sechs Monate in die USA, um das Geld für eine notwendige Investition oder bestimmte Konsumgüter zu verdienen.

Größter Migrationsstrom aller Zeiten

Ebenfalls in den UNO-Statistiken nicht erfasst sind Binnenmigrationen - obwohl diese den größten Teil ausmachen. So findet derzeit in China laut der internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organization) die weltgrößte größte Migrationsbewegung aller Zeiten statt: Im Jahr 2005 beziffert die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften die Zahl der BinnenmigrantInnen auf 150 Millionen.

Ein weiterer Trend ist die Feminisierung der Migration: Obwohl häufig nur von männlichen Migranten die Rede ist, beträgt der Frauenanteil unter den ZuwandererInnen in den USA und der EU laut Parnreiter 50 Prozent, "Tendenz steigend". Das gelte auch für Australien, Lateinamerika und im Bereich der ehemaligen Sowjetunion.

USA nimmt ein Fünftel auf

Zu den größten Aufnahmestaaten der Welt gehören die USA, die ungefähr ein Fünftel aller internationalen MigrantInnen aufnehmen (38,35 Millionen), Russland (12 Millionen) und Deutschland (10,1 Millionen). Danach folgen die Ukraine (6,8 Millionen ZuwandererInnen), Frankreich, Saudiarabien (6,4 Millionen), Kanada (6,1 Millionen), Indien (5,7 Millionen) und Großbritannien (5,4 Millionen).

Prozentuell führt Katar mit einer Zuwanderungsrate von 78,3 Prozent vor Andorra (77,9 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (71,4 Prozent). Auch in Monaco stammen 70 Prozent der Bevölkerung nicht aus Monaco selbst; Kuwait bringt es auf 62,1 Prozent.

Welches die häufigsten Herkunftsländer der Zuwandernden sind, müsse man sich für jedes Land extra ansehen: "Für die USA sind die MexikanerInnen die mit Abstand größte Gruppe", so Parnreiter. In Europa zeigen die Eurostat-Daten je nach Land höchst unterschiedliche Herkunftsländer (siehe Infografik der Geographie-Studentin Martje Petersen): In Spanien stammt die größte Gruppen aus Lateinamerika; in Großbritannien aus Asien; in Deutschland aus den EU-25.

Zu den stärksten Einwanderungsländern zählen dieser Statistik zufolge Irland und Zypern (mehr als 20 Prozent EinwandererInnen), gefolgt von Spanien und der Schweiz (15,1 bis 20 Prozent). Österreich weist demnach einen Anteil von 10 bis 15 Prozent auf (laut Eurostat lebten im Jahr 2006 insgesamt 814.065 AusländerInnen in Österreich). (wpl, derStandard.at, 6.12.2007)