Wien – „Kein normaler Bürger würde so einen Vertrag unterfertigen“, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Dienstag im Parlament. Mit „Vertrag“ meinte er den EU-Reformvertrag, „kein normaler Bürger“ richtete sich an Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der diesen am 13. Dezember unterzeichnen wird.

Das erregte im Nationalrat vor allem die freiheitlichen Gemüter. Straches FPÖ gestaltete die Aktuelle Stunde zum Thema EU geschlossen leidenschaftlich: die Abgeordneten mit Schildern („Wir sind Österreich“), der Chef am Podium. „SPÖ und ÖVP haben sich gegen Österreich verschworen“, schloss Strache.

„Lesen Sie den Vertrag“, empfahl daraufhin Gusenbauer. Außenministerin Ursula Plassnik forderte „mehr Nüchernheit“ – erfolglos. Strache sagte, seine Petition für eine Volksabstimmung hätten schon über 100.000 Menschen unterschrieben. BZÖ-Chef Westenthaler verwies auf 7000 Kärntner Unterstützer für eine Volksbefragung. (kap/DER STANDARD, Printausgabe, 5.12.2007)