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Foto: AP/Pier Paolo Cito
Moskau - Mildere Temperaturen haben im zweiten Quartal den Gewinn des russischen Gasmonopolisten Gazprom belastet. Wegen gesunkener Verkäufe in Europa und zusätzlich höherer Betriebskosten sank der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 3,14 Mrd. Euro (113 Mrd. Rubel) und damit stärker als erwartet, wie der weltgrößte Gasproduzent am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten einen Gewinn von umgerechnet 3,59 Mrd. Euro erwartet. Die auf vergleichbarer Basis um 18 Prozent höheren Betriebskosten drückten den Gewinn. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 14,8 Mrd. Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen.

Der geringere Umsatz in Europa sei vor allem auf gesunkene Gasverkäufe wegen des warmen Wetters zurückzuführen, hieß es. Die höheren Betriebskosten seien unter anderem eine Folge von gestiegenen Personalkosten und höheren Ausgaben für Gasimporte aus Asien. Die Aktie des Unternehmens notierte an der Börse in Moskau am Nachmittag etwa drei Prozent im Plus.

Gestiegene Kosten

Zwischen Jänner und Ende Juni verzeichnete Gazprom einen nach IAS kalkulierten Netto-Überschuss von 330 Mrd. Rubel (9,2 Mrd. Euro), um 0,67 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Der Vorsteuergewinn habe sich um 1,2 Prozent auf 442,1 Mrd. Rubel verringert. Gazprom führte den Rückgang auf höhere operative Kosten zurück. Die Gesamteinnahmen seien in dem Berichtszeitraum dank höheren Gaspreisen um fünf Prozent auf 1.143,9 Mrd. Rubel gewachsen, hieß es.

Gazprom kündigte an, künftig vor allem in neue Gasfelder zu investieren, wie etwa das Juschno Russkoje-Feld in Westsibirien, das der Konzern gemeinsam mit BASF erschließt. Zudem seien erste Investitionsmittel in die Entwicklung von Gasfeldern auf der arktischen Halbinsel Jamal geflossen. Auch habe das Unternehmen im April eine Garantiezahlung in Höhe von 182 Mio. Dollar (123,5 Mio. Euro) nach Libyen gezahlt, für ein Gemeinschaftsprojekt mit dem staatlichen libyschen Ölkonzern. Gazprom wird oftmals kritisiert, nicht genug Geld in die Produktion zu investieren. (APA/Reuters/dpa)