Wien/Bregenz – Im Nationalrat wurde gestern ein Schlussstrich unter die langwierige Debatte um die Schulreform gezogen: Das Parlament beschloss eine Novelle des Paragrafen 7a des Schulorganisationsgesetzes, der den rechtlichen Rahmen der Modellregionen für die „Neue Mittelschule“ der 10- bis 14-Jährigen bildet.

Ab dem Schuljahr 2008/09 können sich alle Hauptschulen und AHS-Unterstufen an diesen Schulversuchen beteiligen, angekündigt haben dies bisher aber vor allem Hauptschulen aus der Steiermark, dem Burgenland und Kärnten. Die Versuchsphase soll ins_gesamt acht Jahre, also zwei _volle Unterstufen-Durchgänge lang, dauern.

Bis zuletzt umstritten war der Absatz zwei zur Mitbestimmung. SPÖ und ÖVP haben sich schließlich darauf geeinigt, dass es nur an jenen Schulen Modellversuche geben darf, „an denen zwei Drittel der Lehrer und Erziehungsberechtigten der Schüler der Sekundarstufe I“ zustimmen – eine Kernforderung der ÖVP. Bestehende AHS muss es in den Modellbezirken weiterhin geben, damit die Wahlfreiheit gewährleistet ist.

HS-Reform im Ländle

Seine eigene Schulreform plant Vorarlberg: 22 der 55 Hauptschulen werden sich an der „Vorarlberger Mittelschule in den Vorarlberger Hauptschulen“ beteiligen, gab der Landesschulrat in Bregenz am Mittwoch bekannt. Neben einer Kooperation zwischen Gymnasien und Hauptschulen soll in den Schulen eine zweite lebende Fremdsprache – voraussichtlich Französisch – angeboten werden. Die 22 Hauptschulen verteilen sich auf alle Bezirke Vorarlbergs, insgesamt werden dort über 6000 Schüler unterrichtet. (APA, hei/DER STANDARD Printausgabe, 6. Dezember 2007)