Lässt dicke Reiben ab kommenden Frühjahr sehr alt aussehen: die Kawasaki 250R.

foto: werk

Endlich kommt ein kleiner Supersportler auf den Markt. 249 Kubikzentimeter, Viertakter, Paralleltwin – und natürlich heißt die neue voll verkleidete Kawaskai Ninja. Dass die 250R von Kawasaki gemacht wurde, sieht man auch schon, ohne dass sie sich eigens vorstellt auf den ersten Blick.

Rotzfrech blicken einen die Doppelscheinwerfer aus der Vollverkleidung heraus an. Kawasaki-G’schau, was sonst? Ich bringe es nicht übers Herz zu sagen, die 250er-Ninja sieht böse aus. Ich schaffe es ja auch nicht, einen Bonsai als Baum zu betrachten. Nein, aber ich glaube, als ich die ersten Bilder sah, wusste ich, die will ich auf die Rennstrecke mitnehmen.

Die 250er-Ninja ist klein und wendig und ganz auf bedienungsfreundlich getrimmt. Ihr Jagdrevier werden die Landstraßen und die Ballungszentren sein. Der kleine Motor wird sparsam laufen und dabei mehr als genug Punch haben um am Weg in die Arbeit richtig Spaß zu machen. Genau so hat sich das Kawa-Team das ausgedacht.

Aber mich fasziniert die Idee, die Ninja am Ring auszuführen. Die kleinste Supersport-Kawa wäre geradezu geschaffen dafür, einen Nachwuchs-Cup zu veranstalten. Neben dem Kawa-Cup fände ich einen Kawa-Bonsai-Cup gerade richtig um den spärlichen heimischen Nachwuchs ordentlich zu fördern.

Die Kawa wird das ideale Werkzeug sein, um den Spaß am Fahren zu erfahren. 17-Zoll-Räder sorgen für leichtes Handling und gute Stabilität, Kawasaki verspricht außerdem ein straff abgestimmtes Fahrwerk.

Vorne werkt eine 37-mm-Telegabel, hinten ein in der Federbasis fünffach verstellbares Uni-Trak-Federbein. Der Stahlrohrrahmen und die Kastenprofilschwinge sind ebenfalls auf hohe Stabilität ausgerichtet, sorgen aber auch dafür, dass die Anschaffungskosten für die kleine Ninja moderat bleiben werden.

Keinen unnötigen Schnickschnack wird es auch bei den Bremsen geben. Vorne kommt die Ninja mit einer Scheibe mit einem Durchmesser von 290 Millimetern aus, an der ein Doppelkolben-Schwimmsattel arbeitet.

Am Hinterrad wird ebenfalls über eine Doppelkolben-Schwimmsattelzange verzögert – allerdings beißt sich diese in eine 220-mm-Scheibe. Um eine hervorragende Wärmeableitung an den Scheiben zu garantieren, verbaut Kawaski wie bei den anderen Supersport-Modellen Bremsscheiben im Petal-Design.

>>>Schnell abgezählte Pferde

Befeuert wird die Mini-Ninja über einen Paralleltwin, der auf gleichmäßige Leistungsentfaltung ausgelegt ist. Um vor allem im unteren und mittleren Drehzahlbereich ordentliches Drehmoment zur Verfügung stellen zu können, hat man Ventilhub und Steuerzeiten entsprechend ausgelegt.

Auch die Zwei-in-eins-Auspuffanlage wurde dafür optimiert. Um die Leitungsverluste möglichst gering zu halten kommen zwei Katalysatoren zum Einsatz – einer im Sammelrohr und einer im Schalldämpfer.

Im Frühjahr geht es dann los. Da werden die ersten 250er die dicken Reiben plötzlich ganz alt aussehen lassen. Die schnell abgezählten 30 Pferde der Ninja werden großen pöhsen Buben das Leben schwer machen, denn an jeder Ampel in der Pole zu stehen ist mit der Ninja ein leichtes Spiel.

Und hab ich schon gesagt, dass ich einen Kawa-Bonsai-Cup haben will? Leichtes Tuning an der Kawa wird bestimmt ausreichen um mit ihr wirklich scharfe Rundenzeiten in den Pann zu brennen.

Ich jedenfalls muss die Kawa unbedingt am Ring testen. Darum, Entschuldigung, ich muss jetzt bei Kawasaki anrufen um raus zu finden, wann die erste Lieferung kommt.(Text: Guido Gluschitsch, Fotos: Kawasaki, derStandard.at, 6.12.2007)

Guido Gluschitsch ist Chefredakteur von Motorradnet.at.