Wien - Von Traumgagen wie jener von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking oder Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann können Österreichs Spitzenmanager nur träumen. Am Hungertuch nagen sie mit einem Durchschnittsjahresgehalt von 400.000 Euro freilich auch nicht. "Im Gegenteil", sagt Conrad Pramböck, Gehaltsexperte beim Managementberater Neumann International, "gemessen an ihren Aufgaben entsprechen die Vorstandsvergütungen österreichischer Topmanager durchaus dem Niveau ihrer deutschen Kollegen."

Damit ist klar: Zumindest die Chefs der börsennotierten Gesellschaften werden angemessen bezahlt. Und da die Unternehmensgewinne sprudeln, steigen auch die an das Vorsteuerergebnis gebundenen Grundgehälter (im Schnitt 260.000 Euro pro Jahr), und der Bonus (durchschnittlich 141.200 Euro), die meist durch Aktienoptionen zusätzlich aufgefettet werden. Als Basis für das Spitzenjahr 2007 dient das "gute Jahr 2006", in dem allein die Boni um elf Prozent gestiegen waren (die Grundgehälter werden meistens moderat um vier bis fünf Prozent erhöht).

Die Top-Verdiener unter den Chefs der börsenotierten Firmen saßen 2006 im sechsköpfigen Vorstand der Wiener Städtischen Versicherung unter Vorsitz von Günter Geyer: Ihre Bezüge beliefen sich im Vorjahr auf knapp 14,56 Millionen Euro - dank einer nachträglichen Fünfjahresprämie um 9,5 Millionen mehr als im Geschäftsjahr 2005. Macht pro Mann und Nase 2,4 Mio. Euro.

Auf den weiteren Spitzenplätzen: Der Vorstand der Erste Bank, Spitzenreiter des Jahres 2005, gefolgt von OMV, Andritz und Raiffeisen International. Im Schnitt kassierten die Vorstände der 74 vom Anlegerverband IVA durchleuchteten Aktiengesellschaften um 5,5 Prozent mehr. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.12.2007)