Innsbruck - Bretter, die Geld bedeuten: Mit Theaterblüten haben drei junge Männer am Wochenende ihre Rechnung in einer Innsbrucker Bar bezahlt. Sie benutzten einen jener falschen Hunderter, die eigentlich auf der Bühne des Tiroler Landestheaters in der Richard-Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" als Requisite zum Einsatz kamen. Die Kellnerin merkte wegen der schummrigen Lichtverhältnisse den Betrug erst bei der Abrechnung zu Dienstende. Da fiel ihr die Aufschrift "Tiroler Landestheater" auf dem unteren Bereich der vermeintlichen Banknote auf.

Weg in die reale Welt

50.000 Stück von diesen Spielgeldscheinen haben das Landestheater bei einer Tiroler Druckerei drucken lassen. Wie viele davon den Weg in die reale Welt gefunden haben, weiß niemand. "Es kann durchaus sein, dass viele weggekommen sind", gibt der kaufmännische Direktor des Landestheaters, Harald Mayr, zu. Er kann sich nicht erinnern, in seinen 38 Dienstjahren jemals etwas Ähnliches erlebt zu haben.

Als Spielgeld klar erkennbar

"Es wurde ja auch gar nicht auf die Scheine aufgepasst, weil sie als Spielgeld klar erkennbar sind", erzählt er. Gar so deutlich scheint die Kennzeichnung aber nicht gewesen zu sein: Die Scheine hätten nach Bestimmungen der Europäischen Zentralbank nämlich nur halb oder doppelt so groß wie die "echten" Hunderter sein dürfen. Theater-Direktor Mayr hörte seinen Angaben zufolge von diesen Regelungen nun zum ersten Mal. Das Lachen über den Vorfall blieb ihm sogleich im Halse stecken.

Gerhard Schulz von der Oesterreichischen Nationalbank beschwichtigt, dass das Landestheater keine weiteren Konsequenzen zu befürchten habe: "Es werden alle restlichen Scheine an die Nationalbank übergeben und es ist keine böse Absicht erkennbar. Deshalb, und weil kein Schaden entstanden ist und die Landestheater der Kellnerin den Schein ersetzen, ist der Fall für uns damit erledigt." Was bei der "Ariadne"-Aufführung heute, Donnerstag, statt des Spielgelds zum Einsatz kommt, war noch unklar.(Gudrun Springer/ DER STANDARD Printausgabe 6.12.2007)