Seoul - Die geplante Offenlegung des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms lässt nach südkoreanischen Angaben weiter auf sich warten. Die Arbeiten zur Stilllegung der Anlagen im nordkoreanischen Atomzentrum Yongbyon schritten wie geplant voran, sagte Außenminister Song Min Soon laut Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag bei einem Vortrag in Seoul. Doch die Deklarierung der Nuklearaktivitäten, inklusive Materialien und sämtlicher Anlagen, mache keine Fortschritte.

Song deutete zugleich an, dass die vereinbarte Frist dafür bis zum Jahresende möglicherweise nicht eingehalten werden kann. "Ursprünglich haben wir Ende des Jahres als erste Frist festgelegt, doch müssen wir ein bisschen flexibler sein." Die Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms befänden sich an einem "sehr kritischen Punkt".

Songs Äußerungen folgten einem Besuch des US-Unterhändlers für die sogenannten Sechs-Länder-Gespräche, Christopher Hill, in Nordkorea. Dabei hatte Hill auch den Atomkomplex in Yongbyon inspiziert, der bis Ende 2007 unbrauchbar gemacht werden soll. Hill teilte am Mittwoch nach seiner Rückkehr in Peking mit, dass es bezüglich der Liste zum Atomprogramm "definitiv Differenzen" gebe. Details nannte er zunächst nicht. Nordkorea erhält für die Erfüllung seiner Abrüstungszusagen unter anderem umfangreiche Wirtschaftshilfen und Energielieferungen (APA/dpa)