Lissabon/Wien - Nach siebenjähriger Pause treffen einander die Staats- und Regierungschefs Europas und Afrikas zum zweiten Mal zu einem Gipfeltreffen. Sie wollen am Wochenende in Lissabon den Grundstein für eine neue Partnerschaft legen. Im Folgenden die wichtigsten Informationen dazu:

- 53 afrikanische Staaten und die 27 EU-Mitglieder nehmen teil.

- Aus Protest gegen den simbabwesischen Präsidenten Robert Mugabe boykottiert der britische Premierminister Gordon Brown das Treffen.

- Der Westen wirft Mugabe Menschenrechtsverletzungen, Unterdrückung der Opposition und Misswirtschaft vor, während er in Afrika als Held des Befreiungskampfes gegen die koloniale Herrschaft gilt.

- Erklärtes Ziel des Gipfels ist es, eine "strategische Partnerschaft" zu begründen und damit die koloniale Vergangenheit hinter sich zu lassen.

- Themen sind Handel, Flüchtlinge, Entwicklung, Sicherheit und Energieversorgung.

- Die EU und Afrika verhandeln derzeit über neue Handelsabkommen; die bisherigen wurden von der WTO als wettbewerbsverzerrend kritisiert.

- Die EU sieht sich in Afrika vom rohstoffhungrigen China unter Druck gesetzt, das Investitionen und Hilfen ohne politische Forderungen anbietet.

- Die EU ist Afrikas wichtigster Wirtschaftspartner mit einem jährlichen Handelsvolumen von zuletzt 215 Milliarden Euro.

- China ist mit jährlich 43 Milliarden Euro Afrikas drittgrößter Handelspartner.

- Die EU ist mit jährlich 35 Milliarden Euro Entwicklungshilfe der größte Geber Afrikas.

- Von 2010 an will die EU jährlich zusätzlich 10 Milliarden Euro Hilfe leisten.

- Die EU und Afrika wollen die Entwicklungshilfe nach und nach durch Handel und Investitionen ersetzen. (APA/Reuters)