"Kinderschänder sollen chemisch kastriert werden" (Heinz-Christian Strache). "Homosexualität ist wider die Natur" (Karl-Heinz Klement). Diese Aussagen aus dem politischen Neanderthal stammen von FPÖ- Politikern. Die trauen sich nämlich, so etwas auszusprechen. Andere sind da zurückhaltender, haben aber einen ähnlichen Bewusstseinsstand.

Da sich diese Zeilen grundsätzlich auch an die Verstockten und Unwissenden richten, hier eine kurze Hilfe zum Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit: Homosexualität ist seit der Morgenröte der Menschheit ein fixer Bestandteil der "Natur" und kommt übrigens auch im Tierreich vor. Das bestreitet nicht einmal mehr die katholische Kirche, sie sagt nur, die Homosexuellen mögen sich enthalten. Was die chemische Kastration angeht, von der Strache fantasiert, so zerstört sie wohl die Potenz, nicht aber die Libido.

Das Ergebnis wären - nach modernen Erkenntnissen - nicht weniger Sexualdelikte an Kindern, sondern mehr Gewalttaten und Morde (als einzige verbliebene Möglichkeit von Sexualtätern, pädophilen oder anderen, sich Lust zu verschaffen). Kinder brauchen Schutz - auch vor der Indolenz von Politikern. (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8./9.12.2007)