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Ein Schiff der koranischen Küstenwache beim Versuch, den Ölteppich im Gelben Meer einzudämmen.

Foto: AP/Yun Seok-ee

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Freiwillige Helfer.

Foto: EPA/Yonhap News Agency
Seoul - An einem der schönsten Strände Südkoreas hat sich am Wochenende bei Taean die schwerste Ölpest in der Geschichte des Landes ausgebreitet. Die Ölkatastrophe nimmt immer größere Ausmaße an. Mittlerweile sei das Ufer auf einer Strecke von mehr als 40 Kilometern direkt von der Verschmutzung durch das Öl betroffen, teilte am Montag ein Sprecher des Ministeriums für Maritime Angelegenheiten und Fischerei mit. Das Öl war am Freitag aus dem leckgeschlagenen Großtanker "Hebei Spirit" ausgelaufen, nachdem dieser von einem Schleppkahn gerammt worden war. Ein Kran auf dem Kahn hatte dabei drei Löcher in die Außenwand des Tankers gerissen.

Sisyphus-Arbeit

Tausende Menschen versuchten, den Ölteppich, der nach dem Tankerunglück an die südkoreanischen Westküste angespült wurde, mit Schaufeln und Eimern abzuschöpfen. Der Ölteppich auf dem Gelben Meer erstreckt sich über eine Länge von 150 Kilometern. Viele der freiwilligen Helfer kämpften dabei mit Kopfschmerzen und Brechreiz, die durch die Öldämpfe verursacht wurden. 7500 Helfer, darunter auch Angehörige der Küstenwacht, Polizisten und Soldaten, waren am Strand im Einsatz. Auf dem Meer versuchten 105 Schiffe, das Wasser vom Öl zu säubern. Vielen Helfern an der Küste erscheint der Kampf gegen das Öl wie eine Sisyphus-Arbeit. "Wir wissen nicht, wann wir fertig sind", sagte Kim Sun Seon, eine freiwillige Helferin. "Wir schaufeln hier seit gestern, und die Wellen spülen immer wieder neues Öl an."

Wichtige Ruhezone für Zugvögel

Es werde jetzt erwogen, das Küstengebiet im etwa 120 Kilometer südlich von Seoul entfernten Landkreis Taean zur Sonderkatastrophenzone zu erklären, sagte der Sprecher. Damit würden Anrainer und Industrie schneller staatliche Hilfsgelder erhalten. Bisher gilt eine erste Katastrophenstufe.

Aus dem leckgeschlagenen Tanker sind nach offiziellen Angaben etwa 10.500 Tonnen Rohöl ausgetreten. Das war doppelt so viel wie bei der bisher schwersten Ölpest in Südkorea vor zwölf Jahren. Damals war ein Tanker auf einen Felsen aufgelaufen. Der in Hongkong registrierte Tanker "Hebei Spirit" lag am Montag etwa zehn Kilometer vor der Küste vor Anker. Am Freitag war er von einem Lastkahn gerammt worden. Ein auf dem Kahn montierter Kran hatte dabei drei Löcher in die Außenwand des Tankers geschlagen.

Mallipo ist nicht nur einer der schönsten Strände Südkoreas, in der Region liegt auch ein geschützter Meeresnaturpark. Das Gebiet ist eine wichtige Ruhezone für Zugvögel. Der Tourismus, Fischfang und Fischzucht sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. In dem von der Ölpest betroffenen Gebiet liegen 181 Fischzuchtbetriebe, in denen 4000 Menschen arbeiten. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 20,6 Millionen das Gebiet. (AFP, DER STANDARD - Printausgabe, 10. Dezember 2007/APA/dpa)