Graz - "Volksschule hilft Volksschule" - unter diesem Motto hat die steirische Lehrerin von zwei Töchtern der im Oktober in den Kosovo abgeschobenen Familie Milici aus Peggau nahe Graz Hilfsgüter gesammelt. Diese will die Pädagogin kommende Woche zu der Familie bringen und so 86 Volksschulkindern eine kleine Weihnachtsfreude bereiten, erklärte sie am Freitag.

Schulsachen und Süßes

Vera Walchensteiner, welche die 15-jährige Loretta und die 13-jährige Leonita in der Schule Peggau nördlich von Graz unterrichtet hatte, setzte sich seit der Abschiebung der achtköpfigen Familie Milici für deren Rückkehr ein und hat Spendengüter gesammelt - kleine Weihnachtsgeschenke für die Schüler der Volksschule in Marmull, einem Ort in der Nähe der Stadt Gjakove. In den Päckchen befinden sich Schokolade und andere Süßigkeiten sowie Schulutensilien, erklärte Walchensteiner im Gespräch mit der APA.

Am Donnerstag nächster Woche will sie die Spenden in den Kosovo fahren, bestätigte sie einen Bericht der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) und des ORF Steiermark. Sie suche jedoch noch immer nach einem geeigneten Mini-Bus und Fahrer.

Visum beantragt

Die Lehrerin hege auch Hoffnung, Loretta und Leonita mit nach Österreich zu nehmen: Sie habe ein Visum beantragt, doch "der Stempel fehlt noch", sagt Walchensteiner. Bisher gebe es nur ein "mündliches Dekret". Sie kenne die Mädchen und würde sich gerne um die beiden kümmern. Für das Frühjahr plant die Pädagogin eine Fortsetzung der Hilfsaktion - dann aber unter dem Motto "Hauptschule hilft Hauptschule".

Vor rund zwei Jahren war die Familie Milici aus dem Kosovo geflüchtet und nach Österreich gekommen. Zuerst lebte das Ehepaar Prenke und Lajde, beide 38 Jahre alt, in Oberösterreich und kam Anfang 2006 nach Peggau. Gegen einen negativen Asylbescheid hatte die Familie beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) Beschwerde eingelegt.

Der VwGH hat im Frühjahr die Behandlung dieser Beschwerde abgelehnt. "Für uns ist das eine Tragödie. Wir haben natürlich gewusst, dass es schwierig wird. Aber ich persönlich habe mir nicht vorstellen können, dass man eine Familie mit sechs minderjährigen Kindern so eiskalt abschiebt", hatte der Bürgermeister von Peggau, Werner Rois, damals gemeint. In der Gemeinde Peggau, wo die Familie "voll integriert" gelebt hatte, hatte man sich ebenfalls enttäuscht gezeigt. (APA)