Monaco - Die Entscheidung über Sanktionen für die kommende Saison gegen McLaren-Mercedes in der Spionage-Affäre um vertrauliche Ferrari-Information ist vertagt worden. Der britisch-deutsche Formel-1-Rennstall sowie die Scuderia und die anderen Teams sollen am 14. Februar in Paris bei einer außerordentlichen Sitzung des 26-köpfigen Gremiums die Chance haben, sich zum Untersuchungs-Bericht zu äußern. Dies teilte der Internationale Automobilverband FIA am Freitag nach der Sitzung des Weltrats in Monaco mit.

McLaren-Mercedes war am 13. September vom sogenannten World Council mit der Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar und dem Abzug aller Konstrukteurspunkte 2007 belegt worden. Zudem wurde eine eingehende Untersuchung der silbernen Rennwagen für die kommende Saison angeordnet. Diese wurde in den vergangenen Wochen von unabhängigen Experten durchgeführt.

Geprüft werden sollte, ob Informationen aus den Ferrari-Unterlagen in den Bau der neuen Autos eingeflossen sind. Die 780 Seiten umfassenden Daten der Scuderia hatte der frühere McLaren-Chefdesigner Mike vom einstigen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten. Schlimmstenfalls könnte McLaren mit einem Punkteabzug in die am 16. März in Australien beginnende Saison gehen.

Ebenfalls Neues hat die FIA im Fall Renault bekanntgegeben. 18 Stunden nach dem Freispruch für den Rennstall hat die FIA die Urteilsbegründung veröffentlicht. Der Verband kündigte mögliche weitere Untersuchen an, falls neue Beweise auftauchen sollten. In einer gut sechsseitigen Mitteilung erklärte die FIA am Freitag, dass die Ermittlungsergebnisse nicht für eine Strafe ausgereicht hätten. Der FIA-Weltrat hatte am Donnerstag bei einer außerordentlichen Sitzung in Monte Carlo zwar einen Regelverstoß festgestellt, das französische Team aber nicht sanktioniert.(APA/dpa/Reuters)