Hamburg - Der umstrittene frühere UN-Botschafter der USA John Bolton hat scharfe Kritik am Bericht der US-Geheimdienste zum iranischen Atomprogramm geübt. Der Bericht sei "eine Art Quasi- Putsch" der Geheimdienste gegen Präsident George W. Bush, sagte Bolton dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Das ist Politik, die als Geheimdienstinformation verkleidet daherkommt", erklärte der Ex- Botschafter, der sich stets für eine konfrontative US-Außenpolitik stark gemacht hat. Die Geheimdienste seien unzufrieden mit dem Regierungskurs, dies beeinflusse jetzt ihr Handeln und ihre Analysen, sagte Bolton weiter. Der Bericht der 16 US-Geheimdienste war eine überraschende Kehrtwende: Darin stellen die Dienste entgegen früheren Erkenntnissen fest, dass Iran sein Programm zum Bau einer Atombombe im Jahr 2003 eingestellt habe.(APA/dpa)