Lissabon - Der Auftritt von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Außenministerin Ursula Plassnik beim EU-Afrika-Gipfel in Lissabon am Samstag war auch ein Werbefeldzug für die österreichischen Ambitionen auf einen nichtständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat in der Periode 2009/10. Gusenbauer war am Nachmittag mit dem bisherigen Feedback zufrieden: "Es strömt uns ziemlich viel Sympathie entgegen, zumindest bei den Gesprächspartnern, mit denen wir bisher reden konnten."

Prinzipiell werde jeder "Gipfel, jede Zusammenkunft" genutzt, um Unterstützung für dieses Vorhaben zu bekommen, meinte der Bundeskanzler und zog zufriedene Zwischenbilanz: "Ich glaube, dass auch vor diesem Hintergrund der Gipfel außerordentlich nützlich war." Zumal sich Österreich auch für eine Reform des UNO-Sicherheitsrats und eine verstärkte Repräsentation Afrikas in diesem Gremium stark macht.

Österreich bleibt in Erinnerung

Auch Plassnik sprach von Reaktionen, die "immer wieder positiv" seien. Vor allem von jenen Ländern, mit denen Österreich durch die Entwicklungszusammenarbeit verbunden ist. "Ich habe mit einer Reihe von Kollegen gesprochen und da zeigt sich schon deutlich, dass es in den Ländern schon in Erinnerung bleibt, wenn Österreich schon einmal einen Beitrag gemacht hat. Das ist aufgefallen, das bleibt in Erinnerung."

Es sei ja nicht selbstverständlich, dass sich ein Staat von der Größe Österreichs auch in humanitären Dingen besonders engagiert, meinte Plassnik. "Bei der Ausbildung junger Menschen, bei Frauenthemen, beim Thema landwirtschaftliche Verbesserungen, beim Gesundheitswesen. Das sind die Schwerpunkte, die wir in unserer Entwicklungszusammenarbeit und unserer politischen Arbeit verfolgen. Und das wird von unseren Partnern gut aufgenommen."

Gusenbauer hatte in Lissabon bilaterale Gespräche mit Vertretern aus Algerien, Angola, Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste), Guinea-Bissau, Libyen, Mauretanien, Mosambik, Nigeria, Senegal, Südafrika, Sao Tome und Principe sowie Uganda und der Afrikanischen Union (AU) geplant.

Auf Einladung von Plassnik fand unter dem Titel "Women's Networking for EU-Africa Relations" auch ein Treffen von Ministerinnen aus Burundi, Dänemark, Griechenland, Guinea-Bissau, Liberia, Liechtenstein, Malawi, Mosambik, Niger, Ruanda, Sierra Leone, Ungarn und Schweden sowie Vertreterinnen der Afrikanischen Union (AU) statt.(APA)