Wien – Die angestrebte Übernahme des ungarischen Bahn-Güterbeförderers MAV Cargo könnte der ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) noch Bauchweh bereiten: Wie das "WirtschaftsBlatt" (Montag-Ausgabe) berichtet, ist der Kaufpreis von 400 Millionen Euro laut Brancheninsidern weit überhöht.

Ein Teil der 15.000 Waggons, die die ÖBB-Tochter gemeinsam mit ihrem Partner, der Raaber Bahn, übernehmen wollen, sei nämlich schrottreif, außerdem würden 5.000 Mitarbeiter mit Jobgarantien übernommen, heißt es.

Nach eigenen Angaben verfügt die MAV Cargo über 13.000 Waggons und 3.100 Mitarbeiter. Die Konkurrenz würde den Wert der MAV Cargo nur auf 250 Mio. Euro schätzen, heißt es in dem Bericht.

"Tolle Story bieten"

Seitens der ÖBB sei geplant, die MAV Cargo rasch in die Rail Cargo zu integrieren und damit "für einen möglichen Börsegang der RCA eine tolle Story zu bieten", sagte ein namentlich nicht genannter ÖBB-Manager der Zeitung. Bei einem möglichen Börsegang der RCA werde es dadurch zu einem Hebeleffekt kommen, der den gebotenen Mehrpreis vielfach ausgleichen werde. (APA/red)