Václav Klaus: Blauer Planet in grünen Fesseln. Was ist bedroht: Klima oder Freiheit? Carl Gerold's Sohn Verlagsbuchhandlung, Wien, € 25,–

Foto: Carl Gerolds Sohn Verlagsbuchhandlung
Als tschechischer Staatspräsident ist Václav Klaus der vielleicht am meisten gehörte "Klimawandel-skeptiker". Seine Zweifel hat er in einem Buch zusammengefasst, das ab dieser Woche auch in Österreich erhältlich ist.

Wie zu erwarten, ist das Buch stimmig in der Klaus’schen Denkart: Er bezeichnet den Klimawandel als einen Schwindel, der sich auch durch Messergebnisse nicht erhärten ließe. Der Statistiker Klaus greift dabei auf seine Erfahrungen in der kommunistischer Planwirtschaft zurück, bei der Statistiken und Prognosen nach Belieben verfälscht wurden. Eine andere Stoßrichtung seiner Zweifel gehen in Richtung "Anpassungsnotwendigkeiten". Da der Zeitraum, in dem Klima-Folgen schlagend werden, oft erst in mehreren Jahrzehnten zu erwarten ist, plädiert er für weniger Aktionismus und mehr Glauben an den technischen Erfindungsreichtum des Menschen. Apokalyptische Meldungen über schmelzende Pole und überschwemmte Küstengebiete hält er, per se, für falsch am Platz.

Am stärksten ist der Politiker Klaus dort, wo er sich auskennt: Die, wie er meint abzeichnende Klimadiktatur hält er für die größte Bedrohung der freien, reichen Gesellschaften. – Sein Skeptizismus ist vielleicht nicht immer wissenschaftlich fundiert, aber die Botschaft ist klar: Zweifel sind immer angebracht, auch und besonders beim Klima. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.12.2007)