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Für 2008 und 2009 erwartet die OeNB für die Weltwirtschaft ein nach wie vor robustes Wachstum von knapp über 5 Prozent. Der Wachstumsschwerpunkt verlagere sich allerdings von den USA nach Asien.

Foto: AP/Han Guan

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Grafik: APA
Wien – Die Entwicklung des privaten Konsums ist den Ökonomen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) weiterhin "ein Rätsel": Die Kauflaune will und will nicht anspringen, trotz der aktuellen Hochkonjunktur. Die kolportierten "Jubelmeldungen" des Handels zum Weihnachtsgeschäft seien übertrieben gewesen. Chefökonom Peter Mooslechner: "Ein Umsatzplus von zwei Prozent bedeutet bei der jetzigen Inflation real plus/minus null."

Die Entwicklung des privaten Konsums bleibe jedenfalls "Sorgenkind" in der heimischen Wirtschaftsentwicklung, so Mooslechner, die anhand der Prognosezahlen "sehr gut" zu nennen wäre, wenn nicht "die Stimmung so angespannt" wäre.

Als Erklärungen findet Nationalbank-Direktor Josef Christl einerseits die hohen Inflationsraten, die vor allem durch Energie- und Lebensmittelpreissteigerungen befeuert werden. Andererseits steige auch die Sparquote wieder an, die Prognosen gehen auf über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (von derzeit 9,7 Prozent). Die "kalte Progression" der Lohnsteuer – Einkommenssteigerungen werden egalisiert, wenn man in eine höhere Steuerklasse fällt – tue das Übrige. Die real verfügbaren Haushaltseinkommen gehen jedenfalls zurück.

Prognosen gesenkt

Die OeNB hat angesichts der Unsicherheiten, die vor allem von den USA ausgehen, ihre Wachstumsprognose für Österreich für 2008 und 2009 im Vergleich zur Sommerprognose gesenkt. Das reale BIP-Wachstum für 2008 wird nun mit 2,5 Prozent prognostiziert, nach noch 2,7 Prozent in der Juni-Schätzung, 2009 werden 2,3 Prozent erwartet, und für das zu Ende gehende Jahr 2007 wurde die Prognose leicht auf 3,3 (von 3,2) Prozent angehoben. Österreich wächst damit allerdings nach wie vor stärker als der Euroraum und auch besser als die wichtigsten Handelspartner Deutschland und Italien.

Hohe Inflation

Bei den Verbraucherpreisen wird nun für heuer ein Anstieg um 2,1 Prozent erwartet – im Juni war die OeNB noch von 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2008 wurde die Prognose sogar auf 2,4 (1,8) Prozent angehoben. 2009 sollte die Teuerungsrate dann wieder auf 1,8 Prozent zurückgehen. 2008 werde sich das Tempo bei den Nahrungsmittel abschwächen.

Das Wirtschaftswachstum werde im Übrigen, so die OeNB-Ökonomen, nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote nachhaltig unter einen Wert von vier Prozent (nach Eurostat-Berechnung) zu drücken, so wie es die Regierung unter dem Motto "Vollbeschäftigung" gerne hätte. Die vor allem vom Wirtschaftsminister anvisierte Ostöffnung für alle Facharbeiter ab 2009 werde das Arbeitskräfteangebot erhöhen, die Arbeitslosenquote werde von prognostizierten 4,2 Prozent im Jahr 2008 auf 4,3 Prozent noch ansteigen. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.12.2007)