Wien - Österreich sei sehr daran gelegen, die Freundschaft zum Iran zu "vertiefen und auszubauen". Das erklärte der Vorsitzende der bilateralen parlamentarischen Gruppe Österreich-Iran, der VP-Abgeordnete Helmut Kukacka, am Dienstag in Wien bei einem Treffen mit einer iranischen Delegation unter der Leitung des Abgeordneten Mohammad Bagher Bahrami.

Kukacka betonte laut Parlamentskorrespondenz die "guten bilateralen Beziehungen, die jahrhundertelange Tradition und auch nach der islamischen Revolution im Iran ihre Fortsetzung gefunden" hätten. Es sei der österreichische Präsident Kurt Waldheim gewesen, der an dieser Stelle für Europa eine "Vorreiterrolle" eingenommen habe, und Wolfgang Schüssel habe als Kanzler diesen Kurs fortgesetzt.

Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen vertiefen

Bahrami würdigte das Verhalten Österreichs gegenüber dem Iran und den arabischen Ländern als immer sehr freundschaftlich und meinte, auch der rege Besuchsaustausch sei eine Zeichen für die guten Beziehungen zwischen dem Iran und Österreich. Konkret warb er für verstärkte wirtschaftliche Kontakte, die in großem Maßstab entwickelt werden sollten. Gleichzeitig legte der Gast Wert darauf, dass auch die Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen zwischen den Staaten weiter vertieft werden sollten.

Kukacka unterstrich die Notwendigkeit, dass es in der Frage des iranischen Atomprogramms zu einer Annäherung zwischen dem Iran und der EU komme. Heinz Christian Strache (FPÖ) hob das Recht des Iran auf ein ziviles Atomprogramm hervor, zumal ja jetzt sogar schon die CIA zugebe, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur sei.

Bundesrat Stefan Schennach (Grüne) appellierte an den Iran, er möge sich seiner Verantwortung in der Region, etwa hinsichtlich des Konflikts zwischen Israel und Palästina, bewusst sein und entsprechend agieren.

Die iranische Delegation bleibt bis Freitag in Österreich. Für Dienstag Nachmittag ist ein Höflichkeitsbesuch bei Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) angesetzt. In den kommenden Tagen werden die Gäste noch mit dem Zweiten Präsidenten Michael Spindelegger (ÖVP) und mit dem Obmann des Außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates Andreas Schieder (SPÖ) zusammentreffen. (APA)