Nusa Dua - Der Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner, hat bei der Weltklimakonferenz auf Bali vor einem Minimalkonsens gewarnt. "Ein kleinster gemeinsamer Nenner kann keine Lösung sein", sagte der Spitzendiplomat. "Es wird immer eine Messlatte bleiben, ob die Ziele und Vereinbarungen hier am Ende den Empfehlungen des Weltklimarats entsprechen. Wenn sie das nicht tun, haben die Länder es nicht geschafft, ihre Verantwortung wahrzunehmen."

Der Weltklimarat hält katastrophale Folgen des Klimawandels nur für abwendbar, wenn die Industrieländer ihre Treibhausgase bis 2020 um 25 bis 40 Prozent senken. Die USA kämpfen aber dagegen, diese Zahlen als Zielvergabe in das Verhandlungsmandat für einen neuen Weltklimaschutzvertrag aufzunehmen. Sie wollen ein möglichst allgemein formuliertes Mandat, um Ergebnisse nicht vorwegzunehmen, wie die Delegationsleiterin Paula Dobriansky am Mittwoch erneut betonte. "Die Ziele dürfen nicht relativiert werden", sagte Steiner. "Die hat der Weltklimarat festgelegt und daran sollte keiner versuchen vorbeizugehen."

Ohne USA keine Lösung

Er betonte, dass es andererseits ohne die USA keine Lösung für die globale Erwärmung gebe. Mit der Rückkehr der USA, die das Kyotoprotokoll als einzige große Industrienation nicht ratifiziert haben, habe die Regierung in Washington letztlich auch anerkannt, "dass es einen eigenen Weg nicht gibt". Steiner stellte Deutschland mit seinem ehrgeizigen Ziel, den Treibhausgasausstoß bis 2020 um bis zu 40 Prozent zu reduzieren, als leuchtendes Beispiel dar. "Das ist ein Pfand, das auf der Waage wirklich etwas bringt", sagte Steiner. "Das zeigt den Entwicklungsländern: die Industrieländer nehmen ihre eigene Verantwortung ernst." Die Industrieländer müssten hier "mit konkreten Vorleistungen nach dem Verursacherprinzip auch die Führungsrolle übernehmen." (APA/dpa)