Santo Domingo - Nach dem eigentlichen Ende der Tropensturm-Saison in der Karibik sind durch den verheerenden Sturm "Olga" mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. In der Dominikanischen Republik starben 18 Menschen, wie Polizeisprecher Miguel Ramoz in Santo Domingo am Donnerstag mitteilte. Die meisten der Opfer seien in der besonders betroffenen Stadt Santiago ertrunken, wo der Fluss Yaque del Norte nach schweren Regenfällen über die Ufer trat.

Rund 2.000 Menschen wurden in dem Gebiet in Sicherheit gebracht, landesweit waren es 34.500 Menschen. Haiti meldete mindestens zwei Tote, Puerto Rico einen weiteren. Im Dezember sind Tropenstürme in der Karibik sehr selten.

In Santiago, der im Norden gelegenen, zweitgrößten Stadt der Dominikanischen Republik, waren Wassermassen aus dem Stausee Tavera in den Yaque del Norte geströmt, so dass dieser über seine Ufer trat und Menschen mit sich riss. In der Provinz Santiago berichteten Rettungskräfte von Menschen, die sich auf Bäumen oder Dächern vor dem steigenden Hochwasser in Sicherheit brachten. Nach Angaben von Provinzgouverneur Jose Izquierdo wurden Dutzende Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten. Im gesamten Land waren nach Behördenschätzungen 5.000 Häuser von den Überschwemmungen betroffen, viele von ihnen seien völlig zerstört.

Der Präsident der Dominikanischen Republik, Leonel Fernandez, kündigte einen Besuch der betroffenen Gebiete an. "Wir stehen einer sehr schwierigen Situation gegenüber", sagte Senator Francisco Dominguez Brito. Bei dem Tropensturm "Noël" waren in dem Inselstaat Ende Oktober mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen.

In Haiti, das wie die Dominikanische Republik auf der Insel Hispaniola liegt, starben nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen. In den Sturmgebieten im Norden und Nordosten des Landes wurden Häuser zerstört und Bäume entwurzelt. In Puerto Rico kam laut Polizei ein Mann ums Leben, als er mit seinem Auto unter Erdmassen begraben wurde.

"Olga" schwächte sich ab Mittwochnachmittag (Ortszeit) ab. Das US-Hurrikanzentrum in Miami gab dennoch keine Entwarnung: Für die Insel Hispaniola, auf der sowohl die Dominikanische Republik als auch Haiti liegen, rechnete es wegen anhaltenden starken Regenfällen weiter mit "lebensgefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen". Im Dezember sind Tropenstürme in der Karibik äußerst selten. Normalerweise geht die Saison über dem Atlantischen Ozean Ende November zu Ende. (APA/AFP)