Wien - Nach Meldungen über den Abbau von 1.600 weiteren Postlern droht Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz jetzt mit Protestmaßnahmen. Er verlange "eine umgehende Klarstellung des Vorstandes, dass das nicht stimmt". Erfolge kein Dementi, sei "alles möglich". "Betriebsversammlungen sind dann das mindeste, das es geben wird", sagte Fritz.

Im Budget im Aufsichtsrat sei lediglich der Wegfall von 363 Vollzeitarbeitsplätzen im Paketbereich beschlossen worden. Für diese Mitarbeiter würden Ersatzarbeitsplätze in der Briefzustellung gesucht, 120 seien bereits untergebracht, über die restlichen werde noch verhandelt.

"Reine Hausnummer"

Aussagen, wonach dennoch 2008 rund 800 weitere Jobs bei der Post wegfallen würden, seien für ihn daher nicht nachvollziehbar, der Abbau von 1.600 Arbeitsplätzen bis 2012 überhaupt eine "reine Hausnummer". Alleine heuer sei das Budget sechs Mal umgedreht worden. Durch die Liberalisierung 2011 lasse sich die Entwicklung kaum vorhersagen.

Es könne "nicht sein, dass Indianer jederzeit rausgeschmissen werden können, während immer mehr Häuptlinge dazukommen", wetterte Fritz. Die Gewerkschaft habe am Mittwoch klar gegen die Bestellung eines fünften Vorstandes gestimmt.

Außerdem streiten Gewerkschaft und Vorstand nach wie vor ums Gehalt. Man sei immer noch weit auseinander, so Fritz. Auf eine Frist für mögliche Betriebsversammlungen wollte er sich nicht festlegen: "Termin werden wir jetzt keinen nennen."

Drohung mit Streik

Auch die Tiroler Post-Personalvertreter gehen mit Unterstützung der Arbeiterkammer auf die Barrikaden. "Wir werden das nicht hinnehmen", sagte AK-Präsident Fritz Dinkhauser (ÖVP) am Donnerstag. Die geplante Schließung der Paketbasis in Wörgl sei ein reiner Willkürakt und weder personell noch räumlich für die Post zu bewältigen.

Es herrsche vonseiten des Managements eine "unvorstellbare Präpotenz und Arroganz". Es fehle jede Gesprächsbasis, meinte Zangerl. Vom Stellenabbau habe er aus den Medien erfahren, sagte er. Sollte sich das Gesprächsklima nicht ändern, werde gestreikt, sagte er. Im Jänner gebe es zunächst null Toleranz gegenüber dem Management. Das heiße beim geringsten Problem, werden Betriebsversammlungen einberufen. Sollte eine Reaktion des Vorstandes ausbleiben, werde man im Februar zu "massiveren Maßnahmen" greifen. (APA)