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Ärztekammerpräsident Dorner ist für verpflichtende Vorschuluntersuchungen.

Foto: APA/Newald
Wien - Im Zusammenhang mit den steigenden Fällen von Kindesmisshandlung in Österreich regte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, verpflichtende ärztliche Vorschuluntersuchungen an.

"Das Problem ist, dass viele Kinder und Jugendliche aus Problemfamilien, in denen Gewalt und Alkoholmissbrauch an der Tagesordnung sind, gar nicht mehr beim Arzt vorgestellt werden, sondern dass sich das Drama in den eigenen häuslichen vier Wänden abspielt", erklärte Dorner.

Daher träfe eine schärfere Anzeigepflicht für Mediziner "das Thema nicht im Kern, denn, wenn Ärzte Kinder gar nicht zu Gesicht bekommen, können die Mediziner auch nicht agieren. Man muss bei diesem Punkt Verbesserungen anstreben, bevor man über die Verschärfung der Anzeigepflicht nachdenkt", so Dorner.

Arztbesuche gingen nach Einstellen der finanziellen Anreize zurück

Nach Einstellung der finanziellen Zuwendungen an Eltern für die Erfüllung des Mutter-Kind-Passes sei der Arzt-Besuch von Kindern aus Risikofamilien erheblich zurückgegangen. "Wer kommt, sind vor allem gesundheitsbewusste Eltern. Sozial schwierige Familien melden sich oft erst, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt", so Dorner.

Bezüglich der geplanten Verschärfung der Anzeigepflicht für Ärzte hegte Dorner Sorge, dass dies Angehörige abhalten könne, zum Arzt zu gehen. "Wenn Eltern befürchten müssen, dass ein Besuch z.B. beim Kinderarzt ein Nachspiel bei der Polizei haben könnte, wird es noch weniger geben, die mit misshandelten Kindern Ordinationen oder Spitäler aufsuchen", so Dorner. (APA)