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Eric Guay auf der Talfahrt.

Foto: APA/AP/Trovati
Gröden - Nach der eindrucksvollen Trainings-Bestzeit des Salzburgers Michael Walchhofer hat am Donnerstag im zweiten und letzten Probegalopp für die Gröden-Abfahrt der Kanadier Erik Guay ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Guay markierte in 1:56,57 Minuten überlegene Bestzeit und war damit um 0,72 Sekunden schneller als Didier Cuche (SUI) und um jeweils 0,87 Sekunden schneller als Walchhofer und Bode Miller (USA).

Der Salzburger Hermann Maier legte eine gewaltige Steigerung im Vergleich zu Mittwoch hin und wurde Neunter (+1,62 Sekunden). Damit hat sich der Favoritenkreis für die Abfahrt am Samstag doch deutlich erweitert, sehr zur Freude von Walchhofer.

Fast vier Sekunden schneller

Die legendäre Saslong-Strecke präsentierte sich beim zweiten Training weitaus schneller und bissiger als noch 24 Stunden zuvor. Das zeigt alleine schon ein Blick auf die Ergebnisliste. Die Bestzeit von Guay war nämlich gleich um 3,85 Sekunden schneller als jene von Walchhofer am Mittwoch. "Die Fahrt hat Riesenspaß gemacht. Ich habe mich sehr wohl gefühlt", berichtete der 26-Jährige aus Montreal, der bisher eine Weltcup-Abfahrt gewonnen hat (Garmisch 2007).

Walchhofer, der in der Gröden-Abfahrt schon viermal Zweiter war, präsentierte sich einmal mehr bärenstark. Dennoch versuchte "Walchi", Guay die Favoritenrolle zuzuspielen. "Guay ist der Mann, den es zu schlagen gilt", verwies der Leader im Abfahrtsweltcup auf die Bestzeit des Kanadiers. "Heute ist es ganz anders dahingegangen", meinte etwa Klaus Kröll (21.) zur Tempoverschärfung auf der Saslong. "Diese hohe Geschwindigkeit im Vergleich zum ersten Training war doch überraschend", ergänzte Mario Scheiber (25.).

Sehr viel besser mit der Strecke als noch am Mittwoch kam Hermann Maier zurecht, der Flachauer war gleich um 5,93 Sekunden schneller. "Am Mittwoch war die Strecke außergewöhnlich langsam. Heute war das schon ganz anders. Die Sprünge gehen irrsinnig weit, bei den Kamelbuckeln hat man einen beeindruckenden Luftstand", meinte der 35-Jährige schon weitaus euphorischer als noch am Tag davor.

Maier hat eigentlich schon überall im Weltcup gewonnen, lediglich in Gröden wartet der Flachauer nach wie vor auf seinen Premierenerfolg. "Das ist halt ein Rennen, in dem es sich noch nie ausgegangen ist. Teilweise sehr knapp, aber halt nie so richtig", weiß der 35-Jährige, dessen bisher bestes Gröden-Ergebnis im Super G Rang 2 (2004) und in der Abfahrt Platz 3 (1998, 1999) war.

"Gröden ist eine Strecke, die den Gleitern entgegenkommt. Ich komme durch den Riesentorlauf eher von der technischen Seite und tue mir deswegen hier ein bisschen schwerer", ergänzte der Sieger von 53 Weltcup-Rennen. Maiers Erwartungen für Gröden lauten daher: "Im Super G will ich schon unter die Top-10. In der Abfahrt wird es schwierig. Walchhofer ist der absolute Topfavorit, dahinter folgen Guay, Miller und Cuche. Und dann gibt es noch einige Sieganwärter. Und ich zähle mich nicht einmal zu den Sieganwärtern." (APA)

Donnerstag-Ergebnisse vom zweiten und letzten Training für die Weltcup-Abfahrt der Herren am Samstag in Gröden:

 1. Erik Guay (CAN)              1:56,57 Min.
 2. Didier Cuche (SUI)            + 0,72 Sek.
 3. Michael Walchhofer (AUT)      + 0,87
  . Bode Miller (USA)             + 0,87
 5. Johan Clarey (FRA)            + 1,18
 6. Andrej Jerman (SLO)           + 1,23
 7. Kurt Sulzenbacher (ITA)       + 1,41
 8. Didier Defago (SUI)           + 1,54
 9. Hermann Maier (AUT)           + 1,62
10. Andreas Buder (AUT)           + 1,80
11. Marco Büchel (LIE)            + 1,82
12. John Kucera (CAN)             + 1,90
13. Steven Nyman (USA)            + 1,97
14. Yannick Bertrand (FRA)        + 2,12
15. Christoph Alster (AUT)        + 2,24
16. Christoph Gruber (AUT)        + 2,25
    Weiter:
21. Klaus Kröll (AUT)             + 2,51
25. Mario Scheiber (AUT)          + 2,82
29. Georg Streitberger (AUT)      + 3,01
42. Hannes Reichelt (AUT)         + 3,46
51. Romed Baumann (AUT)           + 3,92
54. Peter Struger (AUT)           + 4,48