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Rogan taucht ins Becken, ...

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...um als neuer Europameister wieder herauszusteigen.

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Der Wiener Markus Rogan ist wieder Kurzbahn-Europarekordler und -Europameister über 200 m Rücken. Der 25-Jährige schlug am Donnerstag im Finale von Debrecen über seine Paradestrecke in 1:49,86 Minuten an und verbesserte damit die ein Jahr alte Kontinental-Bestmarke des in Ungarn abwesenden Russen Arkadij Wjatschanin um 12/100 Sekunden. Seinen zwei Jahre alten österreichischen Rekord drückte Rogan um 57/100.

Sechster EM-Titel

Es ist der vierte Kurzbahn-EM-Titel Rogans, die 200-m- Rücken hatte er schon 2004 und 2005 für sich entschieden, die 200-m-Lagen 2004. Inklusive Langbahn hält er bei insgesamt sechs EM-Titeln und 22 Medaillen. In Debrecen schwimmt er noch 100-m- Rücken und 200-m-Kraul, zumindest über die erste Strecke zählt er zu den Favoriten.

Sein sechster EM-Titel war nie gefährdet, der Vorsprung auf den zweitplatzierten Russen Stanislaw Donets betrug 2,08 Sekunden und 1:49,86 Minuten sind Weltklasse. Damit schob sich der 25-Jährige im ewigen Ranking über seine Paradestrecke auf Rang zwei, nur US-Weltmeister Ryan Lochte hat mit 1:49,05 eine bessere Marke stehen. Den Europarekord hatte Rogan vor einem Jahr bei der EM in Helsinki an Arkadij Wjatschanin verloren, nun unterbot er die damalige Marke des Russen um 12/100. "Das ist mein erster Titel seit zwei Jahren", erklärte Rogan in einer ersten Reaktion. "Da muss ich ja stolz drauf sein."

"Gegner vermisst"

So ganz warm wurde der OSV-Star während des Rennens aber nicht. "Ich habe die Gegner vermisst, da muss einfach noch mehr gehen." Wie üblich hatte sich Rogan anfänglich noch zurückgehalten, lag bis zur 100-m-Marke auch geringfügig hinter seinen Weltrekord-Durchgangszeiten bei der EM 2005 in Triest. Danach gab er aber wie gewohnt Gas und zwackte von seiner damaligen EM-Siegerzeit noch 57/100 ab.

"Bis zu 100 m war ich ein bisschen zu langsam und ich dachte überhaupt, dass es langsam war", sagte Rogan weiter. "Aber sonst war es ganz lustig. Bei der WM (Anm.: im April in Manchester) hoffe ich auf stärkere Gegner. Ich kann nicht so gut allein schwimmen." In Manchester wird es zum Duell mit Lochte kommen, der Titelverteidiger wurde erst am Mittwoch vom US-Verband dafür nominiert.

Harvard lockt

Rogan hatte sich mit einem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada vorbereitet, dieses Training soll ihm schon im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking helfen. "Das Schwimmen macht mir Freude", sagt er, "weil es nicht mehr so lange bis zu den Spielen ist." Freilich interessiert ihn das Leben neben dem Sport immer mehr. "Ich würde gerne mehr lesen, geistig noch mehr arbeiten." In der Vorwoche absolvierte er in Paris den letzten Aufnahmetest für die renommierte Harvard-Universität, die Ergebnisse werden im Jänner veröffentlicht. Hat Rogan bestanden, geht er im Herbst 2008, unmittelbar nach Olympia, den "Master of Business and Administration" an.

Die Wienerin Mirna Jukic hat ihre erste internationale Medaille über 50 m Brust um eine Hundertstel Sekunde verpasst. Die 21-Jährige wurde wie schon 2004 in Wien Vierte, in 30,90 Sekunden verfehlte sie ihren ersten rund eineinhalb Stunden davor im Semifinale fixierten österreichischen Rekord von 30,77 um 13/100. Der Sieg ging ex aequo an die erst 15-jährige Russin Julija Efimowa und die Deutsche Janne Schäfer in 30,33. Bronze holte die Deutsche Sarah Poewe in 30,80.

Es ist der vierte Kurzahn-EM-Titel Rogans nach 200 m Rücken 2004 und 2005 sowie 200 m Lagen 2004 bzw. sein sechster EM-Titel gesamt. Ausgezeichnet hielt sich der Wiener Sebastian Stoss. In seinem ersten Finale steigerte sich der 21-Jährige gegenüber dem Vorlauf noch einmal um 1,01 Sekunden und belegte in 1:53,99 Rang sechs. Damit hat sich der Athlet der Eisenstädter Schwimmunion an diesem Tag über diese Strecke um 3,40 Sekunden verbessert.

Der Linzer Dominik Koll hat in seinem ersten Kurzbahn-EM-Finale Rang acht belegt. Der 22-Jährige kam über 400 m Kraul - der ersten Medaillen-Entscheidung dieser Kontinental-Meisterschaften - auf eine Zeit von 3:44,49 Minuten und verpasste damit seinen im Vorlauf aufgestellten österreichischen Rekord um 1,28 Sekunden. Der Titel ging in 3:38,72 an den Polen Pawel Korzeniowski.

Neo-Österreicher Hunor Mate hat für den bereits siebenten österreichischen Rekord gesorgt. Im Semifinale über 100 m Brust kam der 24-Jährige auf 59,59 Sekunden und verbesserte damit seine im Vorlauf aufgestellte OSV-Bestmarke um weitere 34/100. Der gebürtige Ungar belegte damit Gesamtrang elf, den Final-Einzug verpasste er um 48/100.

Die Wienerin Birgit Koschischek hat über 100 m Kraul Rang 14 belegt. Die 20-Jährige war in ihrem Semifinallauf mit 54,77 Sekunden um 6/100 langsamer als bei ihrem österreichischen Rekord im Vorlauf. Die ohnehin als unwahrscheinlich gegoltene Final-Qualifikation verpasste Koschischek um 89/100. Die Semifinal-Qualifikation war aber schon ein schöner Erfolg.

Großes Pech hatte Dinko Jukic . Der 18-Jährige verbesserte über 200 m Lagen in 1:59,06 Minuten seinen österreichischen Junioren-Rekord um 24/100 Sekunden, verpasste sein erstes großes Finale damit aber um lediglich 1/100. Weitere Finalchancen bieten sich dem Wiener über 400 m Lagen und 200 m Delfin. (APA/red)