Wien - Regelrechte Dramen bahnen sich an: Bücher könnten die "Krawatten" des heurigen Weihnachtsfestes werden. Denn Bücher sind heuer mit 43 Prozent auf den Wiener Weihnachts-Einkaufslisten das beliebteste Geschenk. Allerdings sind es lediglich 16 Prozent, die sich tatsächlich Bücher zur Bescherung wünschen. Allerdings haben 40 Prozent "keine konkreten Produktwünsche" - was zum Teil wohl auch mit "Hauptsache schlicht und teuer" übersetzt werden könnte. Jedoch nur ein Fünftel der Wiener plant, Kosmetik, Schmuck oder Bargeld unter den Christbaum zu legen. Vielmehr werden sich dort neben Büchern vor allem Gutscheine, Kleidung (je 38 Prozent) und Spielwaren (35 Prozent) finden.

So die Ergebnisse einer Analyse, die von der Wirtschaftskammer Wien bei KMU Forschung Austria und Makam Market Research in Auftrag gegeben wurde. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine österreichweite Erhebung des market-Instituts. Hier lautet die Hitliste der beliebtesten Weihnachtsgeschenke: Bücher, Gutscheine und bei den Jungen Handys.

Laut der Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank ist das Weihnachtsgeschäft heuer bereits im November angelaufen - wohl motiviert vom frühen Schneefall. Dementsprechend fanden vor allem Ski-Ausrüstungen "reißenden Absatz". Wie auch Elektrogeräte, Lederwaren und - Bücher. Für "Mäntel, Schmuck und Perlen" wird laut Jank erfahrungsgemäß in der zweiten Dezemberhälfte eine "Zuspitzung des Kaufverhaltens" erwartet.

Schauplatz der weihnachtlichen Kaufverhaltens-Zuspitzung waren am ersten Adventsamstag die großen Wiener Einkaufsstraßen mit rund 870.000 Schaufensterbummlern. Am zweiten Samstag sei das Getümmel hingehen eher auf die Nebenlagen ausgewichen. Die Wirtschaftskammer will übrigens noch einmal nachlegen und die Einkaufsstraßen auf Plakaten bewerben. Die "Akzentuierung" solle dabei "in der Ruhe der Adventzeit und der Freude am Einkaufen" liegen.

In Summe wird für den Wiener Einzelhandel ein Weihnachtsumsatz von rund 350 Millionen Euro prognostiziert - was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von ein bis zwei Prozent bedeuten würde. Laut Jank planen Frauen im Schnitt ein Geschenkbudget von 400 Euro ein, Männer wollen rund 340 Euro ausgeben. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD - Printausgabe, 14. Dezember 2007)