Prag - Die als euroskeptisch bekannte tschechische Regierung will den neuen EU-Vertrag vor einer Ratifizierung durch das Verfassungsgericht überprüfen lassen. Dies kündigte Ministerpräsident Mirek Topolanek kurz nach der Unterzeichnung an, berichteten Zeitungen in Prag am Freitag. Er folgte damit dem Willen vieler Parteifreunde aus der konservativen Bürgerpartei. Topolanek hatte am am Donnerstag in Lissabon wie seine Amtskollegen aus den anderen 26 EU-Ländern den "Vertrag von Lissabon" unterzeichnet, der der EU eine neue Rechtsgrundlage geben und 2008 von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden soll. Bevor in Prag das Parlament über die Ratifizierung abstimmt, soll sich das Verfassungsgericht in Brno (Brünn) dazu äußern, ob der EU-Vertrag im Einklang mit dem tschechischen Grundgesetz steht, sagte der Faktionsvorsitzende der Bürgerpartei Petr Tluchor im Rundfunk. (APA/dpa)