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Kaisersohn Carl Ludwig Habsburg-Lothringen verstarb mit 89 Jahren.

Foto: APA/ Doris Kucera
Carl Ludwig Habsburg, Sohn des letzten österreichischen Kaisers Karl und jüngerer Bruder Otto Habsburgs, ist am Dienstag im 89. Lebensjahr in Brüssel gestorben. Das Begräbnis soll am 12. Jänner in Wien in der Kapuzinergruft stattfinden.

Jahre im Exil

Die Begrüßung des neuen Habsburgers fiel pompös aus: Das Kind des letzten österreichischen Kaiserpaares Karl und Zita wurde mit 101 Kanonenschüssen begrüßt. Wenig später mussten Carl Ludwig, seinen Eltern und Geschwister ins Exil gehen. In der Folge lebte die Familie in der Schweiz, auf der Insel Madeira und Anfang der Dreißigerjahre in Belgien.

Dort studierte er wie sein älterer Bruder Otto an der Katholischen Universität von Louvain (Löwen). Nach der deutschen Invasion 1940 flüchtete die Familie nach Nordamerika. In Québec schloss Carl Ludwig seine Studien an der Universität von Laval ab und promovierte zum Doktor der Rechte und der Politik- und Gesellschaftswissenschaften.

US-Offizier

1943 trat Carl Ludwig Habsburg-Lothringen in die US-amerikanische Armee ein. 1944 nahm an der Landung der Alliierten in der Normandie teil und wurde zum Verbindungsoffizier zwischen der französischen und der amerikanischen Armee ernannt. Im Rang eines Majors wurde er 1947 aus dem Militärdienst entlassen und begann seine Berufslaufbahn im Auftrag einer belgischen Gesellschaft zunächst in New York und später in Washington.

Vier Kinder

1950 heiratete Habsburg Yolande de Ligne, mit der er vier Kinder hatte. Sein Sohn Carl Christian heiratete seine Cousine, Prinzessin Marie Astrid von Luxemburg, deren Großvater, Prinz Felix von Bourbon-Parma, der Bruder von Kaiserin Zita war.

1958 kehrte Carl Ludwig mit seiner Familie nach Europa zurück. In Brüssel nahm er seine Arbeit für die "Société Générale de Belgique" auf. In der Folge gründete er für diese Holding-Gesellschaft die Firma Genstar in Kanada. Zum Zeitpunkt seiner Pensionierung 1986 zählte Genstar mehr als zwanzigtausend Beschäftigte.

Restitution

Mit seinem Bruder Felix führte Carl Ludwig Prozesse mit dem Ziel der Restitution von Teilen des enteigneten habsburgischen Familienvermögens. Sie waren vom Ständestaat-Regime 1935/36 zurückgegeben, aber nach dem "Anschluss" an Nazideutschland 1938 neuerlich beschlagnahmt worden. (APA)