Teheran/New York/Wien – Die Kritik kam dieses Mal aus den eigenen Reihen. In einem offenen Brief, den fast alle iranischen Zeitungen veröffentlichten, hat ein Weggefährte des iranischen Präsidenten einen Rundumschlag gegen Mahmud Ahmadi-Nejads Regierungsstil geführt.

Ahmad Tawakoli, Chef des Forschungsausschusses im Parlament und führender Vertreter der Konservativen, fand vor allem die Begeisterung des Präsidenten über den Iran-Bericht der amerikanischen Geheimdienste unverständlich. Nach Einschätzung der Geheimdienste habe der Iran 2003 seine Arbeiten am Bau einer Atombombe gestoppt. Ständige Umbesetzungen im Kabinett machten eine langfristige Planung in den Ministerien unmöglich, stellte Tawakoli zudem fest.

Die reformorientierten Kräfte um den iranischen Expräsidenten Mohammed Khatami haben am Freitag die Gründung einer Koalition bekanntgegeben. Der Zusammenschluss aus 21 Parteien solle das Land bei den Wahlen 2008 aus der „Krise“ herausführen, sagte ein Sprecher.

Proteste in Wien

Dem Protest einer antiiranischen Plattform gegen den Besuch einer Parlamentariergruppe in Wien diese Woche schloss sich auch der frühere österreichische Botschafter in Israel, Kurt Hengl, an. Er unterschrieb eine öffentliche Erklärung von „Stop the bomb – Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm“, die sich auch gegen die Irangeschäfte der OMV richtet. Die Beratungen über eine von den USA geplante dritte Runde von UN-Sanktionen gegen Teheran wurde auf das neue Jahr vertagt. Die politischen Direktoren der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und Deutschlands hätten vereinbart, ihre Gespräche nach Neujahr fortzusetzen, hieß es von chinesischer Seite. (log, AFP, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 15./16.12.2007)