Washington - Der wegen seiner Haltung zur Folter umstrittene US-Justizminister Michael Mukasey soll den Auslandsgeheimdienst CIA angewiesen haben, nicht mit einem Parlamentsausschuss zur Untersuchung der Vernichtung von CIA-Verhörvideos zusammenzuarbeiten. Die "New York Times" berichtete am Samstag, das Justizministerium habe den Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses am Freitag aufgefordert, seine Arbeit auszusetzen.

Das Ministerium sehe durch die parlamentarische Untersuchung seine parallel dazu vorgenommene eigene Untersuchung gefährdet. Der ursprünglich für kommende Woche geplante Auftritt von zwei CIA-Mitarbeitern vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses wird nach Einschätzung der Zeitung nicht stattfinden.

Geheimdienstausschüsse

Die Ausschussmitglieder Silvestre Reyes und Pete Hoekstra, beide Mitglieder der Republikanischen Partei von US-Präsident George W. Bush, kritisierten die Behinderung ihrer Arbeit durch das Justizministerium als "schockierend".

Am Dienstag und Mittwoch hatte CIA-Direktor Michael Hayden vor den Geheimdienstausschüssen von Repräsentantenhaus und Senat jegliche Mitwisserschaft in der Affäre um die Vernichtung der Videobänder bestritten. Die CIA steht unter Verdacht, mit den Videoaufnahmen mögliche Beweise für Misshandlungen oder gar Folter von Terrorverdächtigen in US-Gewahrsam vernichtet zu haben.

"Waterboarding"

Auf den Aufnahmen war nach Angaben eines ehemaligen CIA-Agenten unter anderem zu sehen, wie das Al-Kaida-Mitglied Abu Zubaydah mit einer als "Waterboarding" bekannten Verhörmethode zu einer Aussage gezwungen wurde. Bei dieser Methode wird den Betroffenen das Gefühl des unmittelbar bevorstehenden Ertrinkens vermittelt, indem sie lange unter Wasser gehalten werden. (APA)