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Hunderte Menschen nahmen an der Kundgebung für die Autonomie von vier östlichen Regionen des Landes. Präsident Morales kündigte Gegenmaßnahmen an.

Foto: APA/EPA/Martin Alipaz
Santa Cruz - Mit einer Kundgebung haben zahlreiche Menschen in Bolivien das Streben der vier östlichen Regionen des Landes nach einer weitgehenden Autonomie unterstützt. Mit Musik und Tanz feierten die Teilnehmer auf den Straßen der Stadt Santa Cruz am Samstag (Ortszeit) die Verkündung der Departamentos Santa Cruz, Tarija, Beni und Pando einer weiter reichenden Selbstverwaltung. Die Regierung verstärkte das Polizeiaufgebot in der Stadt durch 400 zusätzliche Beamte.

Die vier von insgesamt neun bolivianischen Regionen erwirtschaften rund zwei Drittel von Boliviens Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der bolivianische Präsident Evo Morales hatte die Autonomiebestrebungen als widerrechtlich bezeichnet und angekündigt, dass die Armee die Integrität des Staatsgebietes verteidigen werde.

"Werden keine Teilung zulassen"

In der Hauptstadt La Paz versammelten sich unterdessen zehntausende Anhänger von Morales, die die am Sonntag vergangener Woche im Parlament gebilligte Verfassungsreform feierten. "Das ist der Moment, in dem wir, alle Bolivianer, uns in den Staat eingegliedert fühlen", rief Morales ihnen von einem Balkon des Regierungssitzes zu. Den politischen Führeren der nach Autonomie strebenden Regionen warf er vor: "Mit dem Vorwand einer Autonomie wollen sie das Land spalten, aber wir werden keinerlei Teilung Boliviens zulassen."

Das Parlament hatte die Verfassungsreform nach einer 15-stündigen Marathonsitzung beschlossen. Die Opposition boykottierte die Abstimmung. Der Entwurf muss noch in einer Volksabstimmung gebilligt werden. Der neue Verfassungstext gesteht dem Präsidenten erheblich mehr Macht zu. Zudem sieht er vor, dass die Ureinwohner Boliviens mehr Autonomie und größere Kontrolle über ihr angestammtes Land erhalten. Weiterhin ist eine neue Nationalflagge mit einem Ureinwohner-Motiv darin vorgesehen. (APA)