Wien - Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) erwartet im kommenden Jahr ein Minus von 4,2 Millionen Euro. Das sieht der Voranschlag 2008 vor, der am vergangenen Freitag von der Generalversammlung der AUVA beschlossen wurde, teilte die AUVA am Montag in einer Aussendung mit.

"Der Voranschlag 2008 ist das strengste Sparbudget in der Geschichte der AUVA", so Obmann Helmut Klomfar. "Das heißt, dass sowohl beim Sach- als auch beim Personalaufwand nur die unvermeidlichen Steigerungen geplant sind und viele notwendige Investitionen aufgeschoben oder aufgeteilt werden. Dennoch war ein positiver Voranschlag unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht erreichbar. Bleibt zu hoffen, dass sich die derzeit gute Wirtschaftslage nicht ändert."

Die Finanzlage sei seit Jahren angespannt, hieß es bei der AUVA. Ein Grund dafür sei der viel zu geringe Kostenersatz der Krankenkassen für die Behandlung von Freizeitunfallopfern in den Unfallkrankenhäusern der AUVA, ein weiterer der ungerechtfertigt hohe Pauschalbetrag an den Hauptverband der Sozialversicherungsträger, den die AUVA für die Behandlung von Arbeitsunfallopfern in anderen Spitälern zu leisten hat. Hinzu kämen noch die Abzweigungen aus dem AUVA-Budget an die Pensions- und Krankenversicherung: Zuletzt waren es 100 Millionen Euro an die Krankenkassen im Jahr 2005.

Belastung durch EURO

Gemessen an stationären Verpflegstagen behandelt die AUVA in ihren Unfallkrankenhäusern nur noch knapp über 10 Prozent Arbeitsunfallpatienten, also fast 90 Prozent sonstige Unfallopfer. AUVA-Obmann Klomfar fordert daher mehr Transparenz in der Finanzierung: "Allein die Unterdeckung beim Kostenersatz kostet uns rund 130 Millionen Euro im Jahr. Und was den Pauschalbetrag betrifft, könnten wir rund 80 Millionen Euro im Jahr einsparen. Darum fordere ich seit Jahren Kostenwahrheit für die AUVA - bisher leider ohne Erfolg." Nun setzt Klomfar auf die immer dringender werdende Neuordnung der Krankenkassen-Finanzierung.

Eine zusätzliche Belastung sieht Obmann Klomfar mit der EURO 2008 auf die AUVA zukommen: "Allein in Wien, wo wir 50 Prozent aller Unfallopfer in unseren beiden Spitälern behandeln, werden sich während der Fußball-Europameisterschaft rund 1,5 Millionen Menschen mehr aufhalten. Wir rechnen bundesweit mit einem Mehraufwand in Millionenhöhe, den wir nicht aus unserem Budget bestreiten können." Seine Forderung: "Der wirtschaftliche Erfolg der EURO 2008 darf nicht zulasten der AUVA gehen." (APA)