Weiße Frau (Christine Neubauer) kuriert Aua von weißem Mann (Francis Fulton-Smith): "Für immer Afrika", ARD.

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Es begann mit "Mein Traum von Afrika", später kam "Kein Himmel über Afrika". Dazwischen lagen "Afrika, wohin mein Herz trägt", "Afrika, mon amour", "König Otto", "Eine Liebe in Afrika" und "Nirgendwo in Afrika". Dienstag, 20.15 Uhr, ARD, schmachten Christine Neubauer und Francis Fulton-Smith in "Für immer Afrika". Wieso so viel Afrika im deutschsprachigen Unterhaltungsfernsehen?

Es hängt nicht nur mit der kalten Jahreszeit zusammen, wie Afrikanist Walter Schicho erklärt: "In diesen Filmen ist Afrika Aufhänger für einen Transfer von Wünschen und Sehnsüchten. Wir sehen Bilder, die für uns unerreichbar sind. Negativ: die sexuelle Potenz afrikanischer Männer und Frauen. Positiv als Traum von der Wir-Gesellschaft. Afrika erhält eine positive Charakterisierung gegenüber dem industrialisierten Westen: Die Menschen sind nicht isoliert, sondern in familiärem Halt."

Kitschige Afrika-Filme vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit und dienen damit als Angst-Entlastungsangebote. Sind sie dann auch grundsätzlich rassistisch? In "Für immer Afrika" sind Weiße die Chefs, Schwarze hauptsächlich Patienten. Schicho: "In dem Maß, in dem ich unter Rassismus die Konstruktion des anderen nach eigenen Wünschen und Vorstellungen bezeichne, sind diese Filme rassistisch. Im Detail muss man schauen, mit welchen Bildern gearbeitet wird." (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 18.12.2007)