Wien - Die Strabag SE und der russische Mischkonzern Basic Elements haben die Grundlage ihrer künftigen Zusammenarbeit Anfang Dezember endgültig unter Dach und Fach gebracht. Laut dem nun im Detail ausgearbeiteten Kooperationsvertrag wird die Strabag die industrielle Führung im Baugeschäft in Russland übernehmen, Deripaskas Basic Element wird dagegen das Baustoffgeschäft - vor allem die geplanten umfangreichen Zementaktivitäten steuern. Für Zweifelsfälle wurde ein aus vier Personen bestehendes Steuerungskomitee eingerichtet, das jeweils zur Hälfte von der Strabag und Deripaska besetzt wird, berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner Dienstagausgabe.

Ausdehnung auf Osteuropa vom Tisch

Der Grundlagenvertrag bezieht sich ausschließlich auf Russland und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Eine Ausdehnung der Partnerschaft auf den "Strabag"-Heimmarkt Osteuropa - wie sie von den Russen zeitweise propagiert worden sein soll - ist damit vom Tisch. Nur Serbien/Montenegro fällt Deripaska zu. Die geschlossene Vereinbarung ist grundsätzlich nicht befristet.

Laut Strabag-Sprecher Christian Ebner erwartet sich der österreichisch-deutsche Baukonzern durch das Abkommen bis 2010 eine "zusätzliche Umsatzdynamik von ein bis zwei Milliarden Euro bis 2010."

Strabag und die Deripaska-Baufirmen Transtroy und Glavmostroy entwickeln ihre Projekte im Verhältnis 50:50, "zusätzlich bleibt noch Platz für bevorzugte Sublieferanten wie z.B. Hochhtief" (an der Deripaska zu zehn Prozent beteiligt ist). Bei Firmenakquisitionen durch eine der beiden Seiten hat der jeweils andere Partner ein Einstiegsrecht von 50 Prozent, schreibt das "WirtschaftsBlatt". (APA)