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John McEnroe ist immer schon ein Zornbinkerl gewesen, er hat die Tennisschläger nur so verspeist.

Foto: Reuters
Das Unterhaltungsfernsehen ist schonungslos, wobei natürlich jedem trübsinnigen Bauern eine das Leben bejahende Frau zu gönnen ist. Es sei denn, er ist zu deppert für diese Welt. Das gilt auch für Ärzte, Maurer oder Professoren. Nun darf endlich an den Sinnkrisen von Sportlegenden teilgenommen werden, wobei das Verschärfende daran ist, dass sie zusätzlich Tennis spielen. Boris Becker, wer sonst, wurde in den Mittelpunkt gestellt, der Mann sägt seit seinem Karriereende hauptberuflich Nerven. Er sollte Frauen suchen. "Ich bin es, der Boris" kommt wahnsinnig gut rüber.

Im "Masters of Legends" trifft er in Düsseldorf zum Beispiel auf John McEnroe, der ist fast 50 Jahre alt und laut Becker "wieselflink. Er wird aber nicht mehr lange Tennis spielen." Es steht zu befürchten, dass die lebenden Legenden sich nicht scheuen, lustig zu sein (Michael Stich! Carl-Uwe Steeb!), das dürfte dann dem Tod ziemlich nahe kommen. Vorschlag: Irgendein Sender könnte sich erbarmen und ein echtes Wimbledon-Finale zeigen. Roger Federer soll fast so wieselflink wie McEnroe sein.

Spaßiger und teurer ist halt ein Abfahrtslauf mit Karl Schranz und Toni Sailer. Ohne Sicherheitsbindung, so wie damals. Und rein in die Mausefalle und runter die unpräparierte Streif. Hansi Hinterseer bleibt die Ausnahme, ihn würde man nach wie vor lieber wedeln hören. Mittwoch: 22.30 ProSieben (Christian Hackl/DER STANDARD; Printausgabe, 19.12.2007)