Rom - Tausende Einwanderer hoffen in Italien auf Legalisierung ihres Status - dank der 65.000 Aufenthaltsgenehmigungen, die der italienische Staat Haushilfen und Krankenpflegern zur Verfügung stellt. In knapp zwei Stunden gingen auf den PCs des Innenministeriums am Dienstag über 136.000 Anträge ein, nachdem die Aufenthaltsgenehmigung aus beruflichen Gründen erstmals via Internet beantragt werden konnte.

Die meisten Anträge wurden von ukrainischen, chinesischen und indischen Staatsbürgern eingereicht. Das italienische Innenministerium hatte am Samstag bereits 378.997 Anstellungsanträge von Ausländern aus 14 Ländern erhalten, denen eine Vorzugsschiene gewährt wurde, weil sie aus Staaten stammen, mit denen Italien Immigrationsabkommen abgeschlossen hat. Es handelt sich dabei um Länder wie Albanien, Algerien, Bangladesch, Ägypten, die Philippinen, Ghana und Marokko.

Servercrash

Wegen der riesigen Anzahl von Anträgen, die per Computer eingetroffen sind, brach der Server des Innenministeriums am Samstag zusammen. Mehrere Einwanderer mussten Stunden am Computer verbringen, bevor sie ihr Formular abschicken konnten.

Fast 700.000 Ausländer, die meisten aus Rumänien, der Ukraine und Moldawien, arbeiten in Italien in Pflegeberufen. 75 Prozent davon sind Frauen, eine Studie des Gewerkschaftsverbands Cgil, der vor der massiven Schwarzarbeit im italienischen Pflegebereich warnt. 56 Prozent der Helferinnen in Italien stammen aus Osteuropa, 35 Prozent aus Lateinamerika. Die Schwarzmarktpflege ist in Italien zu einem riesigen Geschäft geworden. 300 Millionen Euro erwirtschaften die illegalen Betreuerinnen. Sie halten ein paralleles Wohlfahrtssystem aufrecht. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass Menschenhändler jährlich Tausende von Frauen aus Osteuropa nach Italien schmuggeln, die dann als Krankenpfleger oder Kinderbetreuer bei italienischen Familien eingesetzt werden. (APA)