Innsbruck – „Ich werde antreten, wenn sie mich nicht erschießen oder überfahren“, sagt Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser (VP). Die Wahrscheinlichkeit, dass er mit eigener Liste bei den Landtagswahlen im Herbst 2008 gegen die eigene Partei antrete, werde „täglich größer“.

Dinkhauser präzisiert im Gespräch mit dem Standard Aussagen eines Interviews in den Salzburger Nachrichten, wonach er auf eine Kandidatur verzichte, wenn nicht Landeshauptmann Herwig van Staa, sondern Innenminister Günther Platter die VP-Liste anführen würde. „Platter ist eine Option“, sagt Dinkhauser, aber entscheidend sei, wer in den Kernthemen Agrargemeinschaften, Transit und Müll das richtige Programm anbiete. Derzeit gebe es keine Hinweise, dass sich die VP-Tirol von einer Politik der Seilschaften gegen die Interessen der Bürger verabschiede.

Für VP-Landesgeschäftsführer Hannes Rauch ist „vollkommen klar, dass van Staa der Spitzenkandidat ist“. Alle Bünde und Platter würden hinter van Staa stehen. Dinkhausers Aussagen seien „ein tollpatschiger Versuch, von seinen Schwierigkeiten in der Kammer abzulenken“, weshalb Rauch Dinkhauser auch zum Rücktritt als AK-Präsident auffordert.

Im Streit um den als AK-Direktor entlassenen Martin Hirner sorgt ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes für Diskussionen. Dinkhauser hat sich am Mittwoch vom AK-Vorstand die Sichtweise bestätigen lassen, dass der VwGH nur in einer Verfahrensfrage und nicht in der Sache entschieden hätte. Hirner wird vom AK-Vorstand daher weiter die Rückkehr an seinen Arbeitsplatz verwehrt. Inhaltlich geht es um Hirner vorenthaltene Bezüge und Vorwürfe schwerwiegender Dienstverfehlungen.

Weil Dinkhauser auch von SP und Grünen angegriffen wird, sieht dieser sich in der Rolle „Alle gegen einen“. Von einem hohen VP-Funktionär wisse er, dass in van Staas Schreibtisch längst ein „Dossier Dinkhauser“ liege. Van Staa und Platter wollten die aktuelle Entwicklung nicht kommentieren. (Hannes Schlosser/DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2007)