Wien - Mit den Leistungen der 133 österreichischen Polizisten, die im Ausland ihren Dienst versehen, ist der Rechnungshof (RH) mehr als zufrieden. Aber der Preis dafür ist der heimischen Gebarungskontrolle immer noch zu hoch. Obwohl die Gesamtkosten der Auslandseinsätze von 9,2 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 6,2 Millionen Euro im Vorjahr gefallen sind.

In dem am Donnerstag veröffentlichten RH-Bericht geht es um Verbindungsbeamte, so genannte Dokumentenberater (die Fälschungen erkennen) und Polizisten, die im Rahmen von UN- und EU-Missionen an Botschaften tätig sind. Bilanz: Von November 2003 bis Juni 2006 wurden an Flughäfen im Ausland 3016 Personen abgefangen, fast alle davon wollten mit gefälschten Papieren an Bord eines Flugzeugs nach Österreich gehen.

Der monatliche Auslagen-ersatz für Verbindungsbeamte im Ausland ist nach Angaben des RH innerhalb von drei Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen - von rund 4000 auf 6200 Euro. Die Abrechnungen seien sehr schleißig erfolgt. Im Jahr 2005 hätten bei fast zwei Drittel der Auslagen entsprechende Rechnungsbelege gefehlt. Auch Funktionszulagen waren den gestrengen Finanzprüfern "zu großzügig".

Im Innenministerium hieß es auf Anfrage des Standard, dass von den 17 bereits im Vorjahr angeregten RH-Empfehlungen elf erledigt seien. Der Rest befinde sich im Stadium der Umsetzung. Beispiele: Anfallende Kosten werden nun monatlich kontrolliert, Auslandseinsätze der Cobra gesondert ausgewiesen, auch Verrechnungssätze sind bereits reduziert.

Schön sprechen

Über den RH-Kritikpunkt, bei der Entsendung von Beamten mehr Augenmerk auf deren Sprachkenntnisse zu legen, zeigt man sich im Innenressort verwundert. So habe der Verbindungsbeamte in Kroatien Kroatisch als Muttersprache, auch der "Italiener" und der "Spanier" könnten sich perfekt in der Sprache ihrer Gastländer verständen. Das Beherrschen einer Amtssprache der jeweiligen Länder sei ohnehin Pflicht. (simo, DER STANDARD - Printausgabe, 21. Dezember 2007)