DER STANDARD: Theo, was ist deine früheste Kindheitserinnerung?

Theo: Weiß ich nicht genau. Die war so früh, dass ich mich nicht mehr erinnere. Aber du kannst dir ja was Lustiges einfallen lassen.

DER STANDARD: Wirst du öfter auf die Theo-Geschichten und das Theo-Buch angesprochen?

Theo: Ja.

DER STANDARD:Fein, aber dürfen wir ein bisschen mehr darüber erfahren? Beispiele.

Theo: Im Konzerthaus haben mich einmal wildfremde Menschen angesprochen oder auch in der Straßenbahn. Manche Freunde von mir lesen jedes Jahr die Geschichte. Und sogar Lehrer und Lehrerinnen. Oder: Eine Mutter eines Mitschülers aus der Volksschule hat zu Weihnachten gekocht und wollte die Küchenabfälle in ein Stück Zeitungspapier wickeln und in den Mistkübel schmeißen. Dazu nimmt sie den STANDARD, weil der dafür eine optimale Größe hat. Plötzlich erkennt sie das Foto von mir im ALBUM, und die ganze Familie hat dann die Geschichte gelesen. Das ALBUM war gerettet.

DER STANDARD:Super! Noch was?

Theo: Ich hatte heuer eine Untersuchung im Spital. Ich bekam vorher eine Tablette zur Beruhigung. Dann kam der Anästhesist und holte mich in den OP. Mama verließ den OP-Bereich. Plötzlich lief ihr mein Narkosearzt nach und rief: "Ist das nicht der Theo vom Glattauer?"

DER STANDARD: Der läuft einfach deiner Mama nach und vergisst auf die Narkose?

Theo: Nein!! Soll ich's dir noch einmal erklären?

DER STANDARD: Später. Jetzt eine andere Frage: Hast du manchmal das Gefühl, das bist gar nicht du selbst, über den jährlich zu Weihnachten Geschichten zu lesen stehen?

Theo: Ja, manchmal schon. Weil es wahrscheinlich schwer ist, über einen Menschen so zu schreiben, wie er ist. Und manchmal änderst du meine Antworten ja ein bisserl. Aber ich erkenne mich schon wieder.

DER STANDARD: Glaubst du, haben "deine" Leser und Leserinnen, die dich gar nicht kennen, ein richtiges oder ein falsches Bild von dir?

Theo: Vielleicht nicht dasselbe Bild wie jemand, der mich wirklich kennt. Aber manchmal ist es eh besser, wenn man mich nicht so genau kennt.

DER STANDARD:Denkst du dir manchmal, das geht die anderen Menschen überhaupt nichts an, wie du bist, wie du lebst, was du so treibst und was du in deiner freien Zeit tust?

Theo: Eigentlich nicht. Ich verrate eh nichts, was man nicht wissen darf.

DER STANDARD: Wie geht es dir, wenn du Fotos von dir in der Zeitung siehst?

Theo: Gut. Ich freu mich immer. Außerdem kommt der Christian Fischer (Anm.: Fotograf) schon seit 13 Jahren zu mir, und das ist meistens lustig.

DER STANDARD: Würde dir das taugen, dass dich jeder Mensch auf der Straße erkennt, so wie den Beckham zum Beispiel?

Theo: Nein, weil dann wären die ganzen Paparazzi hinter mir her. Und das brauche ich wirklich nicht.

DER STANDARD:Danke, Theo, tolle Anworten!

Theo: Aber komische Fragen. Ich hab auch eine Frage: Krieg ich ein Zeilenhonorar?

DER STANDARD: Nein, Theo, bei Interviews gibt's kein Zeilenhonorar.

Theo: Schade. (Daniel Glattauer/ALBUM, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23.Dezember 2007)