Frankfurt/Main - Der Frankfurter Suhrkamp Verlag hat das Buch "Havemann" zurückgezogen. Der Verlag bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Branchenmagazins "BuchMarkt". Eine in dem Buch beschriebene Person sei juristisch gegen das 1.100-Seiten-Werk von Florian Havemann vorgegangen, sagte Geschäftsführer Philip Roeder. Die Person sehe in manchen Passagen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Unterlassungserklärung

Der Verlag habe nach einer Abmahnung eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Am Freitag wurden die Buchhändler gebeten, alle nicht verkauften Exemplare zurückzusenden. Im Jänner will Suhrkamp eine neue, gekürzte Auflage herausbringen.

Um wen es sich bei dem Kläger handelt, wollte der Verlag nicht sagen. "Havemann" tritt vielen Menschen auf die Füße, Kritiker nannten das Werk ein Buch "voller Hass, Unterstellungen und Anklagen", voller Bitternis vor allem gegen den Vater des Autors, den DDR-Dissidenten Robert Havemann, und den Liedermacher Wolf Biermann.

Persönlichkeitsrecht

Eine Parallele zu Maxim Billers verbotenem Roman "Esra" sieht Roeder nur begrenzt, "weil "Havemann" ja in dem Sinn kein Roman ist". Insofern habe der von der rechtlichen Seite her ähnliche Fall "einen anderen Charakter". Roeder will aber nicht ausschließen, "dass 'Esra' einen gewissen Werbeeffekt hatte". Nach jahrelangem Rechtsstreit hatte das Bundesverfassungsgericht das Erscheinen von Billers stark autobiografisch gefärbtem Roman im Oktober endgültig untersagt. Das Buch verletze das Persönlichkeitsrecht von Billers Ex-Freundin. (APA/dpa)