New York - Die Kreditkrise hat dem US-Einzelhandel ein vergleichsweise schwaches Weihnachtsgeschäft beschert. Für die an große Zuwächse gewöhnte Branche fiel das Umsatzplus nur etwa halb so hoch aus wie in den Vorjahren, obwohl die Rabattaktionen der Einzelhändler diesmal so umfangreich wie selten zuvor waren.

Die Erlöse stiegen in der Weihnachtszeit um 3,6 Prozent, ergaben erste Daten des Kreditkartenanbieters MasterCard. Im Vorjahr hatte das Plus noch bei 6,6 Prozent, 2005 sogar bei 8,7 Prozent gelegen. Die USA dürften damit das schwächste Wachstum im Weihnachtsgeschäft seit vier oder fünf Jahren erlebt haben. Benzin herausgerechnet, das rund 30 Prozent mehr kostete als 2006, stiegen die Einnahmen der Einzelhändler sogar nur um 2,4 Prozent. Die endgültigen Zahlen stehen allerdings noch aus.

Hohe Spritpreise

Den Verbrauchern machten besonders die Immobilienkrise und hohe Spritpreise zu schaffen. Experten werten dies als weiteres Anzeichen für eine sich eintrübende US-Konjunktur. Ein Warnsignal seien auch der zuletzt ungewöhnlich starke Anstieg von Ausfällen bei Kreditkartenrechnungen.

Für Verbraucherelektronik gaben die Amerikaner den Angaben zufolge knapp drei Prozent mehr aus als 2006. Das stärkste Wachstum verbuchten Internet-Einzelhändler, die gut ein Fünftel mehr einnahmen. Dagegen schrumpften die Ausgaben für Damenbekleidung.

Der nach Wal-Mart zweitgrößte US-Discounter Target hatte erst am Montag gewarnt, dass seine Einnahmen im Dezember bisher niedriger als erwartet ausfielen. Die Aktien des Unternehmens büßten am Mittwoch vorbörslich rund vier Prozent an Wert ein.

Den Einzelhandels-Umsätzen kommt in diesem Jahr eine besonders große Bedeutung zu, denn ausgabefreudige Verbraucher könnten die weltgrößte Volkswirtschaft der Welt vor einer Rezession bewahren. Die etwas schwächer als erwartet ausgefallen Umsätze reichten aber voraussichtlich allein nicht aus, um der US-Wirtschaft neuen Schwung zu geben, erklärte die MasterCard-Tochter SpendingPulse am Dienstag. (APA/dpa/Reuters)