Singapur - Der US-Ölpreis bewegte sich am Freitag nahe der Marke von 97 Dollar. Ein Fass (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar kostete in der Früh 96,77 Dollar (66,66 Euro). Das waren 15 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist am Donnerstag wieder über 90 US-Dollar gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien von Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der Organisation im Durchschnitt 90,39 Dollar, im Vergleich zu 89,54 Dollar am Mittwoch. Die OPEC berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Am Vortag war der Ölpreis nach enttäuschend aufgenommenen Lagerbestandsdaten aus den USA zwischenzeitlich deutlich über 97 Dollar gestiegen. In den USA waren in der vergangenen Woche die Vorräte an Rohöl und Destillaten (Heizöl, Diesel) überraschend deutlich gesunken, während die Benzinbestände schwächer als erwartet geklettert waren. Nach den Daten stieg der WTI-Preis auf bis zu 97,77 Dollar, gab im weiteren Verlauf aber wieder nach.

Sorgen nach Ermordung Bhuttos

Händler verwiesen auch auf politische Risiken, die die Ölpreise derzeit stützten. So stelle der Tod der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto eine Gefahr für die politische Stabilität Pakistans dar. Pakistan sei zwar kein großer Öllieferant, als Atommacht aber von großer politischer Bedeutung, hieß es.

Schon über die Weihnachtstage war der Ölpreis stark gestiegen. Händler begründeten dies mit den Spannungen im Norden des Irak, wo die türkische Luftwaffe mehrere Angriffe auf vermutete Stellungen kurdischer Rebellen geflogen war. Zudem hätten Befürchtungen über Versorgungsengpässe in den USA den Preis zuletzt angetrieben.

Spannung an den Börsen

Auch an der Börse machten sich die Sorgen über die globale Sicherheitslage bemerkbar: Der japanische Index Nikkei 225 schloss an der Börse in Tokio am Freitag mit 15.307,78 Punkten niedrig und sank um 1,65 Prozent. Der Topix-Index verlor 1,62 Prozent auf 1475,68 Punkte.

Verluste hatte auch die Börse in New York am Donnerstag verbucht. Der Dow Jones verlor 1,42 Prozent und sank auf 13.359,61 Punkte. Der Nasdaq ließ um 1,75 Prozent nach und schloss bei 2676,79 Punkten.

Seit Jahresbeginn hat der Ölpreis 57 Prozent zugelegt. Am 21. November hatte er mit 99,29 Dollar je Fass ein Rekordhoch erreicht. (APA/dpa/Reuters)