Wien – Vor wenigen Wochen erst hat die Signa Holding von René Benko die Bawag-Immobilien um rund 450 Mio. Euro erworben, am Donnerstag präsentierte Benko seinen neuen Partner für die künftige Entwicklung der Liegenschaften: Die börsennotierte Eco Immobilien, an der Conwert mit 24 Prozent beteiligt ist.

Geplant ist ein Hold- und ein Trading-Portfolio. Die Beteiligungsverhältnisse sind beim Hold-Portfolio 50:50 und beim Trading-Portfolio 40:60 Prozent (Signa 40, Eco 60). Behalten werden die Filetstücke Tuchlauben/Seitzergasse. Hier soll, wenn die Bawag Ende 2008 auszieht, die Luxusmeile vom Kohlmarkt verlängert werden. Neue, hochwertige Handelsflächen (auf zwei bis drei Ebenen), Büros und Wohnungen sollen zu einer erheblichen Wertsteigerung beitragen. Die Bawag wird dort künftig mit einer kleinen, exquisiten Filiale vertreten sein.

Benko und Eco-Chef Friedrich Scheck hoffen, dass die Mieterträge nach dem Umbau mehr als verdoppelt werden können. Für moderne Geschäftsflächen werden am Kohlmarkt derzeit 250 bis 350 Euro/m2 bezahlt. Dass das Penthaus von Ex-Bawag-Chef Elsner die Entwicklung der Häuser belastet, glaubt Benko nicht: "Es gibt zum Teil anhängige Gerichtsverfahren. Bekommt die Bawag recht, haben wir ein Vorkaufsrecht. Bekommt die Gegenpartei recht, haben wir einen Miteigentümer." Die Penthäuser würden nur 0,5 Prozent des gesamten Portfolios ausmachen, sagte Benko.

Am Fleischmarkt wird die Bawag Ende 2009 ausziehen (sie wird am Georg-Coch-Platz und in der Buchengasse konzentriert). Für diese Liegenschaft gibt es rege Nachfrage seitens nationaler und internationaler Großkonzerne, die hier ihr Headquarter konzentrieren wollen. Benko begründet seine Partnerschaft mit Eco damit, 2008 zwei Großprojekten im Auge zu haben, die viel Kapital binden. Dazu zählt u.a. der Einstieg bei einer börsenotierten, europäischen Immobiliengesellschaft. Welche das ist, ließ er offen. Analysiert werden mehrere, auch Meinl European Land.

Bei den derzeitige Kursen liege eine Beteiligung auf der Hand. Der Kurs der Eco-Aktie hat sich heuer auf derzeit rund sieben Euro nahezu halbiert. Eco finanziert den Signa-Deal zu zwei Drittel mit Fremdkapital. Die letzte Kapitalerhöhung war enttäuschend. Statt 250 Mio. Euro wurden nur 100 Mio. Euro erlöst. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2007)