Tirana - Arie Haan ist neuer Teamchef der Nationalmannschaft Albaniens. Laut einem Bericht der albanischen Nachrichtenagentur ATA wird der Niederländer Anfang Jänner in Tirana einen Zweijahres-Vertrag unterzeichnen. Haan folgt Otto Baric nach, der nach einer 1:6-Auswärtsniederlage gegen Rumänien in der Qualifikation für die EURO 2008 das Handtuch geworfen hatte. Baric hatte auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Der 59-jährige Haan hat bereits eine bewegte Karriere hinter sich. Der frühere Weltklasse-Spieler (Vizeweltmeister 1974 und 78, fünffacher Europacup-Sieger) arbeitete als Trainer unter anderem beim VfB Stuttgart (Einzug ins UEFA-Cup-Finale) und dem 1. FC Nürnberg. In Österreich war er 2001 als Sportdirektor bei der Wiener Austria tätig, danach sammelte er in China und Kamerun Erfahrung als Nationaltrainer. Den Afrikanern gab er das Ende seines Arbeitsverhältnisses nach einem halben Jahr Anfang 2007 per Mail mit. Dazwischen gab es auch ein kurzes Engagement beim iranischen Spitzenclub Persepolis Teheran.

Unter Otto Baric hatten die Albaner einige ansprechende Resultate (Remis gegen Weißrussland, Slowenien und Bulgarien) erzielt, aber allein in den zwei letzten Qualifikations-Spielen gegen Weißrussland (2:4/heim) und Rumänien zehn Tore kassiert und die Gruppe G an fünfter Stelle beendet.

Politscharmützel

Rund um die Spiele gegen Weißrussland und Rumänien rankten sich später aber auch Schiebungsgerüchte. Albaniens Ministerpräsident Sali Berisha bezeichnete das Nationalteam im TV als "Mafia-Organisation", während Sportminister Ylli Pango den Verbandspräsidenten Armando Duka des "Verkaufs" der beiden EM-Quali-Spielen bezichtigte.

"Das ist eine mafiöse Organisation, die auf unserer Flagge trampelt", meinte Berisha, nachdem Pango in einem Brief an die UEFA gebeten hatte, "klare Beweise" für Spielabsprachen zu untersuchen. Die Attacke hat jedoch auch politische Hintergründe. Duka ist der Bruder jenes Ex-Landwirtschaftministers, den die Regierung Berisha beerbte. (red/APA)